Valentins Geburt- Teil 2

Wir sind über sämtliche rote Ampeln richtung Uniklinik gerast. In den kurzen Wehenpausen zischte ich keuchend meinen Mann an: „Wenn uns die Polizei anhält, dann bring ich Dich um!“, und von der Rückbank jammerte der Sohn: „Papa niss so snell fahren!“
 
Es war 3:00 nachts. Irgendwann hatte ich mehr oder weniger eingesehen, dass ich wohl Geburtswehen hatte und bin die Treppe wieder hochgekrochen und ins Schlafzimmer. Dort sank ich wieder auf alle Viere und weckte meinen Mann: „Ich glaub´ich hab Wehen. Was sollen wir jetzt machen?“ Ja, was macht man wohl in solchen Fällen…Mein Mann reagierte auf seine Weise. Das Beste, was ihm einfiel war: „Ich geh duschen!“ und weg war er.
 
Ich rief in der Zwischenzeit meine Mutter an und bat sie, direkt ins Krankenhaus zu kommen, um den Sohn dort abzuholen. Mein Mann erschien aus der Dusche und sagte, er ziehe eben den Sohn an, aber ich brüllte: „Der hat doch was aaaannnnn!!“ Und so erschien der Sohn zur Geburt seines Bruders im Schlafanzug und mit Gummistiefeln.
 
Als wir in der Klinik ankamen, schleppte ich mich irgendwie die Treppen hoch und sank auf dem Flur vor dem Kreißsaal nochmal kurz am Boden zusammen. Filmreif!! Irgendwelche Menschen schossen an mir vorbei und einer von ihnen kam mir mit einem Rollstuhl entgegen und ich dachte bei mir:“Rennen die jetzt meinetwegen so?“
 
Der Sohn wartete ganz brav auf dem Flur, während mein Mann und ich im Kreißsaal waren. Ich hab aber so lange gebrüllt „bitte geh zum Max, bitte geh zum Max, ich mach das hier schon“ bis mein Mann zum Sohn rausging. Er pendelte dann immer hin und her, und kurz bevor Valentin dann wirklich kam, haben zwei Schwestern sich um unseren Großen gekümmert und ich durfte die Hand meines Mannes zerquetschen.
 
Eine dreiviertel Stunde nachdem wir im Krankenhaus angekommen waren, um 4:02 Uhr, war Valentin da. Und der Große konnte ihn direkt begrüßen, ebenso wie meine Eltern, die 20 Minuten nach der Geburt erschienen. Für mich eine perfekte Geburt. Kurz und heftig und voller Glücksgefühle. Ich hab dieses winzige Baby im Arm gehalten und immer wieder gesagt: „Oh Gott, ich bin so froh. Ist das schön, dass Du da bist…“
 
Und hier ist die Geschichte aus der Sicht meines Mannes:
 
Er schrieb ein paar Tage nach der Geburt an ganz viele Kollegen folgende Mail::
 
„Nach einer kurzen Warm Up Phase von 30 Minuten kam am 25.05. unser Sohn Valentin zu Welt, wo er von seinm großen Bruder und seinen Eltern freudig in Empfang genommen wurde. Wir sind dankbar und froh, jetzt zu viert zu sein. KPI: 50 cm, 3100 g (also durchaus ausbaufähig.“
 
Er schickte mir immer die Antwortmails der Kollegen weiter, und irgendwann schrieb ich zurück:
„Welche 30 Minuten meinst Du eigentlich?“
Er: „Ich gebe immer mit der Netto-Zeit im Kreißsaal an :-)“
Ich: „Unverschämtheit! Ich hatte immerhin zwei Stunden Wehen. Das verdient ja wohl Beachtung!“
 
Aber dann fiel mir ein, dass mein Mann ja gar nicht mitbekommen hat, wie ich hier im Wohnzimmer gekämpft habe, und wir hatten auch noch gar keine Zeit, die Ereignisse in Ruhe revue passieren zu lassen. Für ihn stellt sich das so dar, dass er gewckt wurde, geduscht hat, sich in den Kreißsaal gesetz hat und sich darauf eingestellt hat, dort wie beim ersten Mal die nächsten 12 Stunden zu verbringen.
 
Habe ihm dann zurückgeschrieben:
„Hier ist der Teil, den Du verpasst hast: mamamia-babyblog.blogspot.de/Valentins Geburt Teil 1“
 
Und jetzt muss ich weiter mein Baby abknutschen und mir überlegen, was ich morgen auf der Hochzeit anziehe. So viele schöne Kleider im Schrank, aber aus keinem komme ich zum Stillen raus…Mist!
 
Eure Mia

Geburtsbericht- Teil 1

Unglaublich, her mein Baby ist da! Für alle die mitgefiebert haben, kommt hier mein Geburtsbericht:

Geburtsbericht

Am 24.05. hatte ich um 8:00 morgens einen Termin bei meiner Frauenärztin. Ich war mir sicher, dass man auf dem CTG schon ein paar Wehen sehen würde, denn ich hatte seit ca. 10 Tagen immer wider zum Teil sehr schmerzhafte Kontraktionen gespürt. Bestimmt würde sie mir sagen, dass es bald losgehen würde.
 
Aber nix: Gebärmutterhals noch ganz lang, keine Wehentätigkeit, nicht einmal der Kopf saß schon fest im Becken.
Enttäuscht ging ich nach Hause und war mir nun sicher, dass Valentin sich nicht vor dem errechneten Termin auf den Weg machen würde.
 
Gegen 23 Uhr ging ich ins Bett. Um genau 2:04 wachte ich auf (mein erster Blick geht nachts immer auf die Uhr) und ich musste auf die Toilette.
Ich ging ins Bad und auf dem Weg dorthin spürte ich plötzlich einen gewaltigen Tritt im Bauch. Offenbar ging der Tritt direkt in die Blase, denn ich machte mir total in die Hose. Wie krass, dachte ich mir. Hochschwanger zu sein macht ja echt keinen Spaß; jetzt habe ich mich echt vollgepinkelt. Dass das kein Urin, sondern Fruchtwasser war und dass das kein Tritt, sondern das Platzen der Fruchtblase gewesen war, fiel mir erst ein, als man mich später im Kreißsaal fragte: „Frau Sommer, um wieviel Uhr ist ihre Fruchtblase geplatzt?“ Wahrscheinlich lag es daran, dass ich noch im Halbschlaf war. Anders kann ich mir rückblickend nicht mehr erklären, wie ich denken konnte, dass solche Unmengen von Urin in meine hochschwangere Blase gepasst haben sollen, und wie sie schwallartig aus mir hätten rauslaufen sollen. 
 
Ich schlich jedenfalls zurück ins Schlafzimmer, zog mir etwas Frisches an und legte mich wieder ins Bett. 
 
Keine zwei Minuten später bekam ich höllische Schmerzen. Nicht schon wieder diese Vorwehen, warum müssen die immer nachts kommen, dachte ich noch. Auch da kam mir nicht der Gedanke, dass ich gerade Fruchtwasser verloren haben könnte. Ich krümmte mich ein wenig im Bett rum, aber die Schmerzen wurden zu heftig und ich wollte meinen Mann nicht stören, deshalb ging ich runter ins Wohnzimmer.
 
Kurze Zeit später kniete ich im Vierfüßler in unserem Wohnzimmer. Rückblickend könnte ich mich kaputtlachen: Ich knie auf allen Vieren mitten in der Nacht auf dem Boden und glaube immer noch nicht, dass ich Wehen habe. 
 
Schließlich habe ich mit der Stoppuhr des iPhones spaßeshalber mal die Abstände gemessen. Gefühlt konnte ich nämlich nicht sagen, ob das regelmäßige Schmerzen waren. Ich hatte einfach nur Schmerzen. Meine Zeitmessung ergab, dass die Kontraktionen zwar ziemlich regelmäßig kamen, aber viel zu schnell hintereinander. So schnell hintereinander kann ja nicht sein, also sind es doch nur Vorwehen, dachte ich. 
 
Natürlich waren das Wehen! Und zu diesem Zeitpunkt kamen sie laut iPhone alle 2:45 Minuten…

Valentin ist da!

Viele haben es schon über Facebook erfahren (dort gibts auch schon ein erstes Foto): Valentin ist da! Er hat sich in der Nacht auf den  25.05. sehr entschlossen auf den Weg gemacht.
Von der Geburt lest ihr in den nächsten Tagen hier mehr. Es war ganz anders, als ich es mir gewünscht habe, aber trotzdem ganz, ganz wunderbar und eigentlich dann doch perfekt.
Danke fürs Daumendrücken und Mitfiebern!
Eure MAMA Mia 🙂

Mich bekommt ein Baby!

Ich hatte ja so gehofft, dass unsere Familie diese Woche ihr neues Mitglied begrüßen darf. Aber leider findet es der kleine Valentin viel zu gemütlich in meinem Bauch, und macht gerade so gar keine Anstalten, das Licht der Welt zu erblicken. 
Fertig wär der längst! Meine Ärztin hat heute das Gewicht auf 3240g geschätzt. Hallo? Worauf wartest Du noch, Du kleiner Moppel?

Ich warte jedenfalls auf Wehen. Auf mein Baby. Langsam wird mir langweilig. Mein Nest war tiptop in Schuss und bereit fürs Baby. Jetzt kehrt hier wieder Unordnung ein; mein Elan verdampft irgendwie. Wie soll ich die verbleibenden Tage verbringen?

Zeit, die Ereignisse vor 2,5 Jahren Revue passieren zu lassen. Eine meiner Lieblingsanekdoten ist die:

Bei uns war nach einem Tag zu Hause das Stillchaos ausgebrochen. Ich hatte den Eindruck, ich stille nur noch und kriege das Kind nicht satt. Nachts spitzte sich die Situation zu. Ich habe kein Auge zu gemacht und die Abstände, in denen mein Sohn an die Brust wollte, wurden immer kürzer. Meine Hebamme hatte mir am abend zwar telefonisch irgendwelche Tipps gegeben, aber ich habe irgendwie nicht richtig zugehört bzw. dank Stilldemenz wohl alles vergessen.

Ich weckte verzweifelt meinen Mann auf: „Du musst uns Babynahrung besorgen!“ Es war 3 Uhr nachts. „Wo gibt´s die denn?“ „Ja, ich schätze mal, in der Apotheke!“
Mein Mann zog also los zur nächsten Notfallapotheke- und wurde natürlich ausgelacht: „Das gibt´s nur im dm!“

Der frischgebackene Vater wägte kurz Kosten und Nutzen eines nächtlichen Einbruchs in einen dm-Markt ab, entschied sich dann aber, zur Uniklinik rauszufahren. Dort klingelte er an der Neugeborenenstation und flehte die Schwestern um ein Fläschchen an. 
Gegen 4 Uhr war er wieder zu Hause. Stolz gab er dem Sohn das Fläschchen. Und was macht der? Schnüffelt kurz an der Flasche, trinkt einen (!) Schluck, lächelt und schläft seelig ein. Danach war Ruhe!
Mich erinnert das immer an die Geschichte aus Asterix, in der Miraculix gefangen und gezwungen wird, einen Zaubertrank zu bereiten. Er macht sich an die Arbeit und verlangt nach Erdbeeren. Heerscharen rücken aus, um Erdbeeren zu besorgen. Als man sie ihm bringt, verschlingt er sie alle und die Römer sind entsetzt: „Aber die müssen doch in den Zaubertrank???“ Und Miraculix sagt: „Nö, ich hatte nur Lust auf Erdbeeren!“
Seit dieser Nacht wissen wir, dass Babys kleine Führungspersönlichkeiten sind.
Du machst ALLES für sie! Egal was, egal um welche Uhrzeit. Als Eltern steht man plötzlich ganz schön unterm Pantoffel. 
Ich warte weiter und denke: Nur noch wenige Tage, dann bekomme ich wieder ein Baby. 
Aber in Wahrheit bekommt das Baby mich.
Ganz bald! Wann genau, entscheidet natürlich das Baby. Ich sag ja…

Eure Mia

Sauberkeitserziehung: Die besten Tipps vom Kinderurologen


Der Sommer naht (doch, doch!) und viele Eltern hoffen darauf, ihre Kleinen im Garten oder am Strand ohne Windel herumlaufen lassen zu können, um so das ganz große Projekt zu unterstützen: Die Sauberkeitserziehung. Wie Sauberkeitserziehung streßfrei für beide Seiten gelingen kann, darüber spreche ich mit dem erfahrenen Facharzt für Urologie,  Dr. Sidi Muctar, der sich unter anderem auf Kinderurologie spezialisiert hat. 

 Mein Experte:

Dr. med. Sidi Muctar ist der Leiter des Rheinischen Kontinenz und Beckenbodenzentrums und der Kinderurologie am St. Josefhospital in Krefeld.

Meine Fragen zur Sauberkeitserziehung

Herr Dr. Muctar, lassen wir mal sämtliche Anatomie und medizinische Hintergründe beiseite. Sagen Sie mir einfach, was ich machen muss, wenn ich mein Kind schnellstmöglich sauber kriegen möchte! Was ist ihr Nummer 1 Profi -Tipp für die Sauberkeitserziehung?
Abwarten und Trinken.
Das klingt für mich nicht nach einem besonders effektiven Training!
Nein, und genau das ist der Punkt. Es gibt kein effektives Training. Sie können den Prozess des Sauberwerdens nicht beschleunigen.
Oh, jetzt bin ich aber enttäuscht- und 90% meiner Leser vermutlich auch. Wir Eltern haben doch auch das Sitzen, Laufen, Sprechen mit den Kindern trainiert, das schaffen wir doch auch mit der Sauberkeitserziehung!
Sie können Ihr Kind natürlich unterstützen, aber der Impuls muss aus dem Kind selber kommen und das ist eine Frage der physiologischen Reifung. Ich erkläre das den Eltern meiner Patienten immer gerne am Beispiel eines Hauses:
Vom Erdgeschoss führt eine Treppe in die erste Etage, wo der Hausherr sitzt und über die Abläufe seines Hauses wacht. Um zum Hausherren vorgelassen zu werden, muss man am Wächter vorbei, der am oberen Ende der Treppe den Weg versperrt.
Dieser Wächter ist das Unterbewusstsein. Der Hausherr ist das Gehirn. 
Um den Wächter zu aktivieren, sich an den Hausherren zu wenden und ihm sozusagen mitzuteilen, dass die Blase voll ist, muss die Verbindung zwischen Unterbewusstsein und Bewusstsein reifen. Das geschieht in der Regel irgendwann bis zum 5. Lebensjahr. Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Grund zur Unruhe.  
Etwas anderes gilt nur, wenn Sie feststellen, dass ihr Kind tatsächlich schon die physiologische Reife hat, also spürt, dass es auf die Toilette muss, aber trotzdem immer in die Hose macht. In solchen Fällen macht eine urologische Untersuchung Sinn.
Manche Kinder werden aber schon viel früher trocken. Als Eltern hat man so einen Zeitpunkt zwischen dem 2. Und 3. Lebensjahr im Kopf. Warum ist die Zeitspanne beim Sauberwerden so groß, während alle Kinder relativ gleichzeitig lernen, das Köpfchen zu heben, zu sitzen, zu laufen?
Das weiß man nicht genau. Fest steht aber, dass man diese Entwicklungsschritte nicht vergleichen kann. Das Skelett und dessen Entwicklung ist viel simpler als die Funktion der Blase. Aber das ist ein guter Punkt: Eltern denken immer, ihr Kind muss etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt können. In einem so sensiblen Punkt wie der Sauberkeitserziehung ist aber jeder Druck wirklich kontraproduktiv. Haben Sie Geduld. 
Das ist nicht immer leicht. Mein Sohn ist seit etwa drei Wochen weitgehend trocken, aber es geht auch noch häufig etwas in die Hose. Ich ärgere mich dann schon ein wenig.
Warum? Als Ihr Kind sitzen gelernt hat, saß es auch nicht gleich den ganzen Tag. Vielleicht vergingen sogar einige Tage, an denen es sich gar nicht hingesetzt hat. Haben Sie sich da auch geärgert?
Zugegebenermaßen nein. Aber ich habe manchmal den Eindruck, dass er das absichtlich macht oder aus purer Faulheit. Kurz nachdem er verneint hat, Pipi zu müssen, ist die ganze Hose voll und er steht inmitten einer Pfütze im Wohnzimmer.
Auch das ist Teil des Prozesses. Kinder probieren einfach alles aus. Auch das In-die-Hose-machen. Man muss schließlich erforschen, ob sich das wirklich so blöd anfühlt, wie Mama gesagt hat. Haben Sie Geduld.
Darf ich dann wenigstens schimpfen?
Schimpfen würde ich nicht. Sie können sagen, iiih, die nasse Hose fühlt sich aber eklig an`, oder etwas in der Art, aber das merkt Ihr Kind schließlich auch selber. Wichtig ist, dass kein Druck entsteht und der Gang auf die Toilette für das Kind zu einer lästigen und unangenehmen Pflicht wird. Vertrauen Sie Ihrem Kind, lassen Sie es ein bisschen probieren und das Projekt auch zwischendurch mal wieder auf Eis legen. Das wird schon.
Mütter, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind, erzählen gerne, dass alle Kinder dort schon mit 1-2 Jahren trocken waren. Wie haben die das mit der Sauberkeitserziehung denn gemacht? 
Aus ärztlicher Sicht wird man diese Erfolgsstories wohl relativieren müssen. Natürlich kann man mit viel Druck ein Kind konditionieren, aber zum einen muss man sagen, dass dieser Druck dann anders kompensiert wird, zum anderen werden hier vermutlich viele nasse Hosen unter den Teppich gekehrt.
Sie haben gesagt, dass ich mein Kind unterstützen kann. Wie?
Bevor Ihr Kind trocken wird, können Sie Vorbild sein. Kinder lernen durch Nachahmung. Sie wollen tun, was Ihre Eltern tun, und können, was die können. Wenn Ihr Kind sieht, dass Sie regelmäßig auf die Toilette gehen und keine Windel tragen, wird es Ihr Kind irgendwann auch wollen. Sie können das kommunikativ begleiten und auch ein bisschen ritualisieren, z.B. immer auf die Toilette gehen, wenn Sie nach Hause kommen.
Wenn Ihr Kind schon die ersten Schritte in Richtung Sauberkeit gemacht hat, können Sie es loben, aber übertreiben Sie es nicht. Nach ein paar Tagen sollten Sie nicht mehr jedes Mal vor Begeisterung ausflippen, sondern es als Normalität behandeln.
Darf ich mein Kind dazu anhalten, auf die Toilette zu gehen, bevor wir zum Beispiel das Haus verlassen? Wissen Sie, Kindersitze sind zwar teuer, aber schwer zu reinigen. Außerdem mag ich mein Auto!
Fragen Sie Ihr Kind, aber wenn es nein sagt, zwingen Sie es nicht. Ihr Kind muss erst lernen, wie sich eine volle Blase anfühlt. Es weiß ja nicht, dass es überhaupt eine Blase hat, die sich durch Trinken anfüllt und dann entleert werden muss. 
Wenn Sie ihr Kind regelmäßig prophylaktisch aufs Klo setzen, wird es dieses Gefühl nicht entwickeln können. 

Zurück zu dem Beispiel mit dem Haus bedeutet das, dass das langsame Füllen der Blase vergleichbar ist, mit dem Gang auf der Treppe. Stufe für Stufe bis hinauf zum Wächter. Die Treppe steht dabei für die Nerven, die dem Wächter bei entsprechender Füllung der Blase ein Signal geben. Und erst bei einer bestimmten Füllung kann der Wächter das Signal dem Hausherren weitergeben.

Bei Bettnässern übrigens funktioniert dieser Wächter, also das Unterbewusstsein noch nicht richtig.
Apropos: Tagsüber klappt es bei meinem Sohn schon sehr gut, aber die Vorstellung, ihn mitten in der Nacht umzuziehen und das Bett neu beziehen zu müssen hat mich bislang davon abgehalten, auch nachts bei ihm auf die Windel zu verzichten. Woher weiß ich, dass ich die Nachtwindel weglassen kann?
Wenn die Windel morgens ungefähr zwei Wochen lang trocken war, können Sie es versuchen. Aber seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie gelegentlich doch nächtliche Reinigungsarbeiten durchführen müssen. Nachts ist ja nur unser Wächter, also nur das Unterbewusstsein wach. Da ist es viel schwieriger als tagsüber. Bis zum 5. Lebensjahr ist es wie gesagt normal, wenn Kinder nicht oder nur tagsüber trocken sind. Bleiben Sie geduldig.
Wir erwarten in den nächsten Wochen unser zweites Kind. Ich habe schon gehört, dass manche Kinder, die schon trocken waren, dann plötzlich wieder eine Windel brauchen.
Ja, das ist gut möglich. 
Schon weniger einschneidende Erlebnisse als die Geburt eines Geschwisterkindes können dazu führen, dass Ihr Kind wieder eine Windel braucht. Es reichen schon schlechte Träume, oder irgendwelche „Kleinigkeiten“, die wir Erwachsene gar nicht wahrnehmen. Sie dürfen nicht vergessen, dass wir von Kindern sprechen. Von kleinen Kindern. Ihr Zweijähriger mag Ihnen schon so groß vorkommen, aber hat doch noch so wenige Möglichkeiten, seine Gefühle zu verpacken und seinen Eltern dann auch noch mitzuteilen. In die Hose oder sogar ins Bett zu machen sind da sehr effektive Mittel, Aufmerksamkeit zu bekommen, weil es für die Eltern sehr zeitaufwändig ist. 
Aber es macht die Eltern doch eher wütend. Da würde ich ja eher ein schönes Kritzelbild malen.
Ihr Kind will Sie sicher nicht ärgern. Bleiben Sie geduldig, machen Sie einfach sauber und wenn nötig, trösten Sie ihr Kind. Hatte ich schon gesagt, dass Geduld und Vertrauen die wichtigsten Mittel sind?
Ich glaube schon! Eine praktische Frage hab ich ja noch. Wenn mein Sohn Pipi gemacht hat: Mit Klopapier saubermachen oder reicht das berühmte Schütteln oder Klopfen?
Das überlasse ich ganz Ihnen. Aus medizinischer Sicht brauchen Sie kein Klopapier, weil die männliche Harnröhre viel länger ist als die weibliche, also keine Gefahr von bakteriellen Infekten besteht.
So, ich müsste jetzt ganz dringend mal Pipi machen. Vielen Dank für das Gespräch.
Habt Ihr noch Fragen zur Sauberkeitserziehung? Dr. Muctar ist freundlicherweise bereit, auch Einzelfragen zu beantworten. Einfach als Kommentar hinterlassen oder per Mail an mich (Mia.Sommer1978@googlemail.com). Ich werde Eure Fragen sammeln und weitergeben.
Eure Mia

Sauberkeitserziehung Der Mucki, eine von Dr. Muctar erfundene und selbstgezeichnete Clownsfigur, hilft den kleinen Patienten, ihre Scheu abzulegen und spielerisch die Sauberkeitserziehung anzugehen.

Benefiz-Blogger: Frühjahrsputz im Kleiderschrank für den guten Zweck

10 Grad und Regen. Sommer ist das nicht.

Aber bei allem Gejammer: Winter ist das eigentlich auch nicht.

Und genau da liegt mein Problem. In wenigen Tagen kommt Sohn Nr. 2 zur Welt und das Kind hat nichts anzuziehen.

Na schön, es gibt hier einen ganzen Schrank voll „nichts“ in allen Größen. Ich habe natürlich die Klamotten vom Sohn aufbewahrt. Der Sohn ist allerdings im Dezember geboren, Sohn Nr. 2 kommt im Sommer. Ich kann den ja schlecht bei 28 Grad (ja, ich glaube noch an den Sommer) in dicke Froteestrampler und langärmlige Bodys packen.

Ich habe noch nie Klamotten auf dem Flohmarkt verkauft und auch noch nie im Internet versteigert. Faulheit, Unorganisiertheit- was auch immer- ich hab dafür keine Zeit gefunden.

Wie habe ich mich da über die wunderbare Aktion der Benfiz-Blogger gefreut. Die Benefiz-Blogger sind ein Zusammenschluss von vielen Bloggern aus allen möglichen Bereichen, also neben Eltern-Blogs auch Food-Blogs, DIY-Blogs und viele mehr. Wenn eine Firma mit den Benefiz-Bloggern kooperieren möchte, sponsort sie einen Blogpost oder eine andere Aktion mit einem Betrag, der in diesem Jahr an die Deutsche Knochenmarkspende geht. Ich freue mich sehr, dass Mama Mia dabei sein darf und ich somit die Benefiz-Blogger und die DKMS unterstützen kann. Mein erster Kooperationspartner ist mylittlebigswap und das passt ja wirklich perfekt! Eine Aktion mit einer Firme, wie für mich gemacht und das auch noch für einen guten Zweck.

Die Idee zu  mylittlebigswap entstand, weil die Gründer vor genau demselben Problem standen, wie ich: Viel „abgelegte“ Kinderkleidung- wenig Zeit.


Mylittlebigswap ist ein full-service Tauschshop für pre-loved Kinderkleidung.

Und so funktioniert´s:

Eltern können zu klein gewordene Kindersachen jederzeit ohne Aufwand gegen andere eintauschen, indem sie nicht mehr gebrauchte, aber gut erhaltene Kinderkleidung einfach gesammelt per Post an mylittlebigswap senden.

Um den Rest kümmert sich mylittelbigswap: Prüfen der Qualität, Fotografieren, Einstellen und Präsentation, Abwicklung und Versand. Für jeden eingeschickten und akzeptierten Artikel erhalten Eltern sofort eine bestimmte Anzahl sogenannter Credits. Diese können mit einem Klick zum Einkauf von tollen Kindersachen auf mylittlebigswap verwendet (oder später gegen Geld ausgezahlt werden). Für Eltern heißt das: kein Aufwand, kein Warten auf einen Käufer und nur 100% geprüfte Ware.
Mylittlebigswap setzt auf Service und Qualität und funktioniert dabei sozusagen wie eine „Cloud“ für Kindersachen, in die Eltern Kleidung und Spielzeug einstellen und sich dafür etwas anderes aus der „Cloud“ aussuchen können.

Zusammengefasst: Ein rundum sorglos Paket!

Ich habe in den letzten Tagen gründlich aufgeräumt und Platz im Kleiderschrank gemacht. Das hat erstaunlich viel Spaß gemacht. 

Den Kleiderhaufen habe ich einfach in ein großes Paket gepackt und den Rest übernimmt nun mylittelbigswap für mich.

Ich laufe jetzt mal schnell zur Post und erzähle Euch in den nächsten Tagen, wie es weitergegangen ist.
Dann könnt Ihr die Aktion auch unterstützen und nebenbei noch etwas gewinnen, aber davon im nächsten Post mehr.

Ein schönes Pfingstwochenende mit Sonnenschein für ALLE wünscht
Eure Mia

P.S. Weitere Infos zu der tollen Idee der Benefiz-Blogger findet Ihr hier: 
www.benefiz-blogger.de

 

Wer rät, wann das Baby kommt?

Während ich stundenlang erfolglos versucht habe, weitere Elemente meines schönen neuen Logos auf der Blogseite einzubauen, fiel mein Blick auf den Babycountdown oben.

Nur noch 18 Tage, bis es so weit ist. Wenn man das so schwarz auf weiß dort sieht, ist es ja irgendwie eindrucksvoll.

Ich weiß ja, dass es theoretisch jeden Tag so weit sein könnte, aber irgendwie ist es mir immernoch nicht so richtig bewußt. Dass ich jetzt Wehen bekommen könnte. Dass hier bald wieder ein Baby im Haus sein wird. Dass ich dann zwei Kinder habe… Der kleine Mann muss wohl erst wirklich in meinem Arm liegen, bevor mir das alles so richtig klar wird.

Als kleiner Zeitvertreib möchte ich mal wieder ein kleines Gewinnspiel starten. Zu gewinnen gibt es nur eine kleine Überraschung, und auf die müsst ihr vielleicht sogar warten, bis sich der erste Babystress gelegt hat, aber es geht ja um den Spaß, gell?

Also, zur Entscheidungsfindung hier ein paar Fakten:

– Errechneter Termin ist der 03. Juni

– Später wird es nicht werden, weil spätestens am 03. Juni aufgrund des insulinpflichtigen Schwangerschaftsdiabetes eingeleitet wird.

– Der ursprünglich errechnete Termin war der 11. Juni, aber weil das Kind anfangs so groß war, wurde der Termin nach vorne korrigiert.

– Jetzt ist das Kind eher klein.

– Da ich meinen Zyklus ja ein biiiiißchen beobachtet hatte, weiß ich dass man rechnerisch mindestens fünf Tage hinzurechnen muss.

– Die Hebamme meinte, der Kleine kennt definitiv den Ausgang und liegt für eine zweite Schwangerschaft schon sehr tief. Ihr Tip: Kommt eher früher.

– Mein erstes Kind kam eine Woche zu früh.

– Abgesehen von regelartigen Schmerzen seit etwa einer Woche spüre ich keine Anzeichen für eine bevorstehende Geburt.

– Streßfaktor: Hochzeit meiner Schwester am 01. Juni. Ich wünsche mir daher, dass er entweder schon nächste Woche kommt, oder eben erst nach der Hochzeit.

Mitmachen könnt Ihr, indem Ihr mir einen Kommentar hier oder auf der Mama Mia Facebook Seite mit Eurem Tipp hinterlasst. Das Gewinnspiel läuft bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Zeitpunkt, zu dem ich den Beginn von Wehen, Einleitung oder den tatsächlichen Geburtstermin verkünden werde.

Viel Spaß und viel Erfolg!

Eure Mia

Germanys next Top Mom oder Überall Challenges

Eigentlich wollte ich ja mit einem Kaffee am Bett geweckt werden.
Eigentlich habe ich ja gewußt, dass das nix gibt.

Der Sohn stand gestern gegen 6:20 Uhr triumphierend neben meinem Bett und rief laut hinter seinem Schnulli nuschelnd: „Iff bin ffon wach!!“
Mein Mann war sofort eilig bemüht, den Sohn aus dem Schlafzimmer zu bugsieren, damit Mami noch weiter schlafen kann. „Aber iff will noch in grossen Bett kuffeln!“ Kurzer Kampf Mann gegen Sohn, Mama hellwach! Das war allerdings so süß, dass ich brav die Augen geschlossen hielt und mirdas Lachen verkniff. Männer und Kinder hinterfragen sowas ja nicht. Augen zu = Mama schläft!
Meinen Kaffee hatte ich für 8:00 Uhr bestellt. Zeit genug also, mir mal selbst gedanklich zum Muttertag zu gratulieren.

Ich finde, ich mache das ganz gut. Bin ja noch ein Kleinkind als Mutter- erst knapp zweieinhalb.
Man kann alles besser machen. Zumindest anders. Aber ich mache es eben auf meine Weise.

Ich habe gesehen, wie am letzten Donnerstag im Cafe die Leute am Nachbartisch Schnappatmung bekommen haben, weil der Sohn den Zuckerwürfel von meinem Milchkaffee essen durfte. Aber hey, wir essen auch viel Obst und Gemüse und wir putzen uns sehr konsequent die Zähne. Ihr Spaßbremsen!
Ich lasse meinen Sohn mit anderen Kindern streiten und schreite nicht ein. Ich weiß genau, dass sich einige andere Mütter darüber aufregen und sich vermutlich in meiner Abwesenheit das Maul zerreissen, aber so what? Ich bin stolz auf sein Durchsetzungsvermögen. Bringt doch Euren Kindern selber bei, sich mit anderen starken Kindern auseinanderzusetzen!

Ich stehe manchmal ewig mit dem Sohn vor der Kita rum und er will nicht ins Auto einsteigen. Andere Mamis kommen vorbei und sagen, ich muss konsequenter sein. Beim Ins-Auto-Einsteigen?? Wenn wir genügend Zeit haben und es nicht regnet, kann er gerne noch stundenlang vor der Kita spielen. Immerhin sind wir an der frischen Luft! Kein Grund sich einzumischen, Ihr Supermamas!

Man muss mich oft dreimal daran erinnern, dass ich irgendwelche Zettel oder sonstiges noch nicht in der Kita abgegeben habe. Aber immerhin hat er jeden Tag etwas zu essen dabei und ich habe ihn auch bislang nie in der Kita vergessen.

Mein Sohn darf fernsehen, bzw. über youtube Kinderfilme gucken. Ok, ich gebe zu, es ist mir peinlich, wenn der Sohn laut „Kikaaa, Kikaniiinchen“ singend in die Kita einläuft. Andererseits- hier und da 30 Minuten Pause für Mama zum Telefonieren oder Nägel lackieren rechtfertigen das!

Meine größte Mama Sünde ist in den Augen meiner Mitmütter, dass ich nicht Bio koche. Ich glaube einfach nicht, dass Bio besser oder gesünder ist. Mein Sohn erfreut sich bester Gesundheit und ist in den letzten zweieinhalb Jahren regelmäßig und gut gewachsen. Ich glaube nicht, dass Eure Kinder auch nur einen Tag länger leben werden, als mein Sohn, nur weil sie sich ausschließlich Bio ernährt haben. Und übrigens: Auch Bio Schokoloade ist Schokolade!
Ich stand oft ohne Ersatzwindel da, hatte die Feuchttücher vergessen und weder Arnika Kügelchen noch Gemüsesticks dabei. Aber es geht uns gut und wir lieben uns, das muss doch reichen.

Och ja, bei so viel entspannten „Mir doch egal“-Gedanken bin ich glatt nochmal eingeschlafen. Bis 8:00 Uhr. Was nicht kam, war mein Kaffee.

Um 8:30 schrieb ich meinem Mann eine SMS: „Könnte ich einen Kaffee bekommen?“
Sofort die Antwort: „Wir kooomen“ Und wirklich- wenig später hielt ich meinen Kaffee in der Hand!

Der Sohn hatte immernoch seinen Schnulli im Mund. Den hatte mein Mann ihm nicht weggenommen. Der achtet einfach nicht auf sowas. Dabei ist das so schädlich für die Zähne! Und er hatte den Sohn fast eine ganze Stunde vorm Fernseher sitzen lassen, statt wie ich immer maximal eine halbe. Hausschuhe hatte der Sohn auch keine an- bei den Temperaturen!!
Huch, ähem. Wie war das noch? Schon gut Papa. Mach Du mal auf Deine Weise, ist schon richtig so!

Allen Müttern da draußen nachträglich alles Liebe zum Muttertag. Ich bin sicher, Ihr seid für Euer Kind die beste Mutter der Welt!

Eure Mia

Wie aus meinem Chef ein Vater wurde

Wir wurden einander bei einem Mitagessen vorgestellt. Ich war Referendarin in der Personalabteilung, er war Teamleiter bei den Arbeitsrechtlern. Er mochte mich auf den ersten Blick nicht besonders und dachte, der Kollege der mich zum Mittagessen mit ihm angeschleppt hatte, sei in mich verknallt und deshalb müsse er mir jetzt einen Praktikumsplatz anbieten. Er tat seinem Kollegen den Gefallen.
 
Ich war noch so jung und unerfahren, erst Mitte zwanzig, und fand diesen neun Jahre älteren Mann, der immer so souverän, freundlich, hilfsbereit, kompetent war und dann auch noch so gut roch einfach faszinierend.
 
Von unserem ersten Mittagessen bis zu unserem ersten Kuss verging ein dreiviertel Jahr. Erst haben wir es geheim gehalten, aber als schließlich schon der Betriebsrat das Gerücht verkündete, haben wir es auch unseren Chefs (ich war inzwischen in einer anderen Einheit fest angstellt) erzählt.
 
Wir hatten nie die gleichen Pläne für unser Leben. Ich wollte immer heiraten und Kinder haben. Er hatte sich darüber nie ernsthafte Gedanken gemacht und war von meiner Zielstrebigkeit oft überfordert. Gedrängt habe ich ihn nie, aber er wußte immer, was ich wollte. 
 
Eines Tages ist er aufgesprungen auf meinen Zug. In der Autowaschanlage hat er mir einen Heiratsantrag gemacht, und dann ging alles ganz schnell. Wir haben geheiratet und einen Sohn bekommen. 
 
Die ersten Wochen als Familie waren hart und ich glaube er hat oft heimlich in Richtung seines Junggesellenlebens geschielt. Dabei schien er in den anfangs souveräner im Umgang mit dem Sohn, als ich.
 
Der Sohn war fünf Monate alt und wir in unserem ersten Urlaub am Meer, als die beiden einander so richtig entdeckten. Seit diesem Urlaub sind die beiden ein Herz und eine Seele. Manchmal, wenn ich die beiden beobachte, kann ich kaum glauben, wie anders unser Leben geworden ist, und wie sehr sich vor allem mein ehemaliger Chef verändert hat.
 
Es scheint, als sei die Rolle als Vater und Ehemann wie für ihn gemacht. Er hat 14 Stunden Arbeitstage, aber er kommt mindestens zweimal in der Woche so früh nach Hause, dass er noch mit dem Sohn spielen kann und fährt nochmal ins Büro, wenn der Sohn im Bett ist. Er bringt ihn jeden morgen in die Kita, zieht ihn an und schmiert ihm Brote. Er spielt so geduldig und hingebungsvoll mit unserem Sohn- ich bin manchmal immer noch überrascht davon, welche Seite in ihm da wachgekitzelt wurde. 
 
Wenn er abends nach Hause kommt, macht er all die Dinge, für die seine Frau zu chaotisch ist. Ich habe keine Ahnung von unseren Versicherungen oder Klopapiervorräten. Ich sehe nicht, wenn das Bad schmutzig ist oder die Fenster geputzt werden müssen. Das alles macht mein Mann neben seinem hammerharten Managerjob. Er macht mein Auto sauber und bringt mir Frauenzeitschriften mit. Er bringt mir morgens den Kaffee ans Bett und abends den Rotwein, wenn ich müde auf dem Sofa liege.
 
Einen besseren Ehemann und Vater hätte ich nicht finden können.
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Wir streiten uns auch oft, aber das ist gut so. Ich bin immer böse zu Männern gewesen. Er ist der erste, der mir richtig Paroli bieten kann. Der erste, der bei mir auch mal das letzte Wort hat. Der erste, der Dinge sagen kann, auf die mir kein schlauer Spruch mehr einfällt. Der erste, der mir nie langweilig werden wird.
 
Manchmal haben wir als Paar zwischen Sohn und Job viel zu wenig Zeit für uns. Deswegen freue ich mich so darauf, mit ihm zum zweiten Mal Eltern zu werden, weil das so ein großartiges Erlebnis für ein Paar ist. Ich hoffe, dass wir wenn es losgeht die Betreuung des Sohnes hinkriegen, und mein Mann bei der Geburt dabei sein kann und nicht auf den Sohn aufpassen muss. 
 
Ich freue mich darauf, mit ihm an meiner Seite noch einen Sohn zur Welt zu bringen. Mit ihm gemeinsam die Geburt zu erleben und ein neues, spannendes, wunderschönes Kapitel in unserer Geschichte als Paar und Familie aufzuschlagen und ihn als Papa von zwei Söhnen zu erleben.
 
Alles Liebe zum Vatertag.
 
Bloß schade, dass Du meinen Blog nie liest…

37. Schwangerschaftswoche- wann geht es los?

Bevor vielleicht am Ende alles ganz schnell geht, hier nochmal ein kleines Schwangerschaftsupdate:
Es ist die 37. SSW.  Aufgrund des Schwangerschaftsdiabetes muss ich nun 2x pro Woche zur CTG Kontrolle und regelmäßig zum Dopplerultraschall. So auch gestern (4 Stunden an der Uniklinik gewartet- Riesenspaß!!).
Der Kleine wiegt jetzt 2725 g. Mein eigenes Gewicht stagniert weiter und ich komme nicht über 2kg Gewichtszunahme. Jaja, toll für nach der Geburt, aber so toll nun auch wieder nicht. In der Schwangerschaft muss man auf so vieles verzichten und mit dem doofen Schwangerschaftsdiabetes kommen noch weitere Entbehrungen dazu. Ich hätte mir das Gewicht lieber in einer bewußt gewählten Diät nach der Schwangerschaft weggehungert, anstatt mich jetzt so zu quälen. Dass mir täglich mehrfach der Spruch gedrückt wird: „Wie toll, dann bist Du ja hinterher schlanker als vorher“, geht mir zunehmend auf den Keks (haha, „zunehmend“, „Keks“- sehr witzige Wortwahl in dem Zusammenhang).

Vorbereitet habe ich bislang herzlich wenig. Die erste Woche des Mutterschutzes habe ich damit verbracht, alles Liegengebliebene zu erledigen. In der zweiten Woche waren wir in Kiel (Fotos dazu gab es auf der Mama Mia Facebook Seite), und in dieser Woche standen wieder lauter Arzttermine an. Heute will ich aber endlich die Babyklamotten, den Bezug vom MaxiCosi usw. waschen. 

Und wann geht es nun los?

Noch geht es dem Kleinen blendend im Bauch. Aber Ärzte können einen ja schon ganz schön verrückt machen. Wenn er sich bis zum Termin nicht meldet, muss eingeleitet werden. Ich habe gestern gefragt, ob dann auf jeden Fall eingeleitet wird, oder ob erstmal geschaut wird, wie es dem Kind geht und dann zwei Tage wieder usw. Die Antwort lautete, nein, man leitet dann auf jeden Fall ein. Kein Risiko, Schwangerschaftsdiabetes, Totgeburt, plötzlich nur noch solche Wörter. Hab dann abgewunken und gesagt: „Ok, schon überzeugt!“ Die Plazenta könnte bei insulinpflichtigem Schwangerschaftsdiabetes gegen Ende auch ganz schnell den Geist aufgeben. Wenn ich Veränderungen im Bewegungsmuster verspüre, soll ich sofort kommen. Super. Mein Kind ist ja keine Maschine. Es gibt Tage, da scheint er seine persönlichen Bundesjugendspiele abzuhalten, und andere Tage, da packt ihn die Frühjahrsmüdigkeit. Das folgt keinem Muster!
Meine Frage ist jetzt: Wenn eine EInleitung sowieso wahrscheinlich ist, warum dann nicht schon nächste Woche? Das Kind ist doch fertig, und wenn das Risiko angeblich so groß ist, dann holen wir ihn doch besser einfach raus, oder? Oder??

Man braucht auf jeden Fall eine Menge Zuversicht als Mutter, sonst dreht man durch!
Der Sohn fragte heute: Kommt jetzt das Baby?
Vielleicht spürt der ja schon etwas…
Wir freuen uns jedenfalls jeden Tag mehr auf unser Baby!

Eure Mia