Unsere Ostereier-Politik

„Für mich keine Ostereier. Nur für den Papa!“ Der Sohn verkündete heute nach dem Mittagsschlaf, dass der Osterhase sich seinetwegen nicht bemühen müsse. Mir kam das erst seltsam vor- schließlich kenne ich doch meinen Sohn. Im weiteren Verlauf des Gespräches fand ich allerdings raus, wo das Problem liegt: Er hat Angst vorm Osterhasen.
 
Mein Sohn hat vor vielen Dingen erstmal Angst. Ich finde das sehr süß, und gar nicht verkehrt. Er muss die Dinge immer erst testen, verstehen, begreifen, bevor er seine Scheu verliert. Im Elterngespräch in der Kita haben sie mir gesagt, dass er motorisch sehr weit entwickelt sei. Ich meinte, ich hätte das Gefühl, dass die anderen Gleichaltrigen in diesem Punkt oft schon mehr könnten. Die Erzieherinnen antworteten mir aber: „Das sieht manchmal so aus, weil die einfach losrennen und machen. Bevor Dein Sohn irgendwo hochklettert, guckt er sich alles genau an, dreht den Stuhl z.B. um und betrachtet die Beine, oder fährt die Gegenstände mit den Fingern ab, läuft einmal drumherum und bracht beim ersten Mal vielleicht noch eine Hand. Aber dann sitzt auch jede Bewegung.“ Stimmt, so geht der neue Sachen an.
Und wie jetzt der Osterhase ins Haus kommt, und dann nach Mamas Aussage auch noch nachts…das lehnt er erstmal ab und muss es in mehreren Gesprächen mit Mama und Papa ergründen.
 
Spätestens wenn er morgen früh Unmengen von Ostereiern suchen und finden wird, dürfte er aber mit dem Osterhasen versöhnt sein.
 
Mein Mann und ich habe noch bis morgen Zeit, uns einem ganz anderen Thema zu widmen: Wie halten wir es mit dem Verzehr der Schokoladeneier? 
 
Letztes Jahr haben wir ihn einfach an die Süßigkeiten gehen lassen, so oft er wollte. Wir hatten uns überlegt, dass wir uns Gebrüll und Tränen ersparen und haben darauf vertraut, dass er sich anfangs vollstopfen wird, aber der Reiz dann schnell nachlassen würde. Und es hat tatsächlich funktioniert. Zunächst wurden wir doch etwas nervös, weil sich der Sohn im Paradiese wähnte und sich die Schokoeier reinpfiff als gäb´s kein Morgen. Nach einiger Zeit war er aber satt und in den nächsten Tagen ging er sparsamer an die Süßigkeiten. Alles in allem denke ich, dass er insgesamt mehr gegessen hätte, wenn wir ihm immer nur zum Nachtisch die Schale hingestellt hätten und dann um jedes weitere Ei gefeilscht hätten.
 
Jetzt war der letztes Jahr aber erst 1 Jahr und drei Monate alt. Essen spielte für ihn überhaupt keine Rolle. Ein Jahr später nun, hat er längst erkannt, was die „guten“ Sachen und was die langweiligen sind. Wenn der jetzt ungehinderten Zugang zu Süßigkeiten hat, wird der die Chance ergreifen und nehmen, was er kriegen kann. Vielleicht wird er sogar geheime Lager für schlechte Zeiten anlegen…wenn es um Süßigkeiten geht, trau ich dem alles zu.
 Oder funktioniert unsere Taktik vom letzten Jahr doch wieder? Der kann ja nicht essen, bis er platzt. Außerdem isst er gerne salzige Sachen. Der steht auf Oliven, Garnelen, sauere Gurken, Salatgurken und Paprika. Irgendwann wird er doch bestimmt wieder Lust drauf haben, oder? Und dann war es halt mal ein Tag, an dem sich die Lebensmittelpyramide leicht, na gut stark, verschoben hätte.
 
Oder erwartet mich eher ein verdorbener Magen? Das wäre ja dann auch nicht gerade streßfrei…
 
Noch sind wir unschlüssig. Vielleicht lassen wir ihn auch erstmal loslegen und bremsen ihn dann doch noch aus, wenn wir denken, das geht nicht gut.
 
Mal sehen. Ich werde berichten.
 
Euch allen ein wunderschönes Osterfest!
 
Eure Mia

Babyshopping für Fortgeschrittene

Schwanger sein ist super! 40 Wochen lang bestimmt die Schwangerschaft Mamis Leben. Arbeiten? Macht sie nur noch nebenbei. Mami ist zwar körperlich im Büro anwesend, denkt aber nur ans Baby und surft heimlich im Internet um die Must Haves in Babys Kleiderschrank zu checken.

Jedenfalls in der ersten Schwangerschaft.

Zum zweiten Mal schwanger zu sein ist auch super. Läuft aber häufig nebenbei. Abgesehen von den ersten 12 Wochen und dem Endspurt seit ungefähr Woche 30, wußte ich häufig gar nicht so genau, in welcher Woche ich gerade bin.

Das sollte sich jetzt ändern. Ich habe mir nochmal Urlaub genommen, weil ich mich jetzt noch einigermaßen bewegen kann. Ab dem Mutterschutz kommt man ja kaum noch bis in die Stadt, ohne unterwegs auf die Toilette zu müssen.

Und siehe da: Ich hab´es noch nicht verlernt, das Babyshoppen! Es ist jetzt aber mehr „Babyshoppen Deluxe“. 
Da ich einen zweiten Sohn erwarte, habe ich ja eigentlich die komplette Ausstattung vom großen Bruder. Aber wie unfair wäre das denn, wenn der kleine Valentin nur gebrauchte Dinge bekommt? Gerecht muss es schon zugehehen so meine persönliche Rechtfertigung!

Und so bekommt Valentin nun also so unter anderem:

– tolles Zubehör für den Bugaboo, wie den MaxiCosi Aufsatz (gut, ist eher für mich),
– ein paar wenige Strampler (er ist ja ein Sommerkind, Max war ein Winterkind), dafür aber nur vom Feinsten- diese Firmen, von denen ich eigentlich immer denke, dass sie für ein überwiegend schlafendes Baby in den ersten drei Monaten eher nicht so angebracht sind,
Ewan das Traumschaf.  Ewan macht verschiedene Geräusche wie aus dem Bauch der Mutter, insbesondere Herzschlaggeräusche. Angeblich ist erwiesen, dass diese Geborgenheit vermittelnden Geräusche selbst die unruhigsten Neugeborenen besänftigen und beruhigen. Da mir mein Schlaf heilig ist und ich mit Grauen an die ersten Nächte mit dem Sohn zurückdenke, ist es einen Versuch wert. Selbst wenn Ewan den Sohn nicht zum Einschlafen bringen sollte, ist er immernoch ein schönes Kuscheltier,
viele schöne Kissen und andere Deko aus diesen wunderbaren Läden, in denen man immer alles schön findet, aber dann doch nichts kauft, weil man es nicht braucht.
Gestern hatte ich bei einem meiner Shoppingausflüge ein sehr schönes Aha-Erlebnis. Ich habe ein paar Bodies in Größe 50/56 gekauft. Diese Bodies sind so winzig. Da wurde mir ganz plötzlich etwas klar: Ich bekomme ein Baby! Ja, ja, schon klar, ich bin superschlau. Was ich meine ist, ich habe die ganze Zeit eher im Kopf gehabt, dass ich ein zweites Kind bekomme. Logischerweise ist es anfangs auch deutlich kleiner als der Sohn jetzt. Aber irgendwie war mir nicht bewußt, dass es ja so ein unfassbar winziges Wesen sein wird, das da in meinen Armen liegen wird.
Abends habe ich die Bodies gemeinsam mit meinem Mann in den Händen gehalten und bestaunt. Wir fanden beide, dass sie richtig Sehnsucht nach dem Baby machen. Ach, wie gern würden wir ihn jetzt schon im Arm halten…
Und so darf ich zur Verteidigung meiner Prasserei sagen: Sie hat mir ein paar Momente beschert und Gefühle ausgelöst, die nur Valentin gehören. Ich bin nicht nur eine Mutter, die noch ein Kind bekommt. Ich werde nochmal Mutter. Und zwar von Valentin. Das ist ein Unterschied.

Dann kauf ich mal weiter ein, oder?

Eure Mia

Jetzt aber- neue Gewinnerziehung von „Ich glaub mich tritt ein Kind“

So, da sich die Gewinnerin des Buches „Ich glaub mich tritt ein Kind“ bis heute nicht bei mir gemeldet hat, habe ich endlich eine neue Gewinnerin ermittelt.
Warum das so lange gedauert hat? Weil ich zu träge war!

Ich bin ja ein kleines bißchen schwerfällig geworden. Neben der Begründung 31. SSW kommt auch noch diese hammerharte Diabetiker-Diät dazu, die mir schon eingie Energie raubt (hab ganz viel abgenommen).

Da ich für die Verlosung aber immer alle Kommentare ausdrucke, muss ich in unser Arbeitszimmer laufen. Das befindet sich unterm Dach. Das kam mir in den letzten Tagen sooo weit weg vor, dass ich mich ehrlich gesagt gedrückt habe.

Jetzt habe ich aber gemerkt, dass es nun nicht gerade besser wird. Vom Obelix werde ich langsam aber sicher zum Sumo-Ringer.
Deshalb habe ich mich soeben zwei Etagen hochgeschleppt.

Da der Sohn in der Kita ist (heute ist Ausflugstag- Mann bin ich jedes mal froh, wenn der heil zurück ist), habe ich die Verlosung heute mal selber vorgenommen.
And the Winner is: Bianca! Herzlichen Glückwunsch!
Liebe Bianca, melde Dich doch bei mir über Mia.Sommer1978@googlemail.com mit Deiner Adresse. Vielleicht ist das von den Stadt-Land-Mamas signierte Buch schon zu Ostern bei Dir 🙂

Eure Mia

Welt-Down-Syndrom-Tag

Heute ist Welt-Down-Syndrom-Tag. 

95% aller pränatal diagnostizierten Fälle von Down Syndrom werden heute abgetrieben- Tendenz steigend.

Alle Eltern wünschen sich gesunde Kinder. Natürlich!

Aber wenn ich mir dieses Bild ansehe denke ich: Alle Kinder sind doch gesund. Irgendwie.

Das Bild zeigt die bezaubernde Sonea Sonnenschein. Mehr von ihr und ihrer Familie gibt es auf sonea-sonnenschein.blogspot.de

Jede Mutter zählt

Sie war Künstlerin.
Das gehörte sich damals nicht. Jedenfalls nicht für eine Frau. Aber sie war eben Künstlerin. „Es ist wie eine Krankheit. Mir wäre es manchmal lieber, ich hätte diese Krankheit nicht“, hat sie mal gesagt.
Geboren 1917 in Köln studierte sie zunächst in Köln und später in Hamburg Malerei.

Dann kam der Krieg.

Im Juli 1943 erfasste eine Hitzewelle Hamburg- und die Bomberflotten der Royal Air Force. Menschen verbrannten auf offener Straße oder in den Luftschutzkellern.

Ihr Mann war an der Front und sie saß in jenen Juli-Nächten im Keller ihrer Hamburger Wohnung und zitterte um ihr Leben. Und um das ihres ein Jahr alten Sohnes.

Ihr Kriegstagebuch ist teilweise in dem Buch „War Wives“ (leider nur auf Englisch) veröffentlicht:

Juli 1943
„Die ganze Welt bebte wie bei einem Erdbeben. Ich spürte, wie sich unser Haus auf und ab bewegte. Jede Bombe machte ein pfeifendes, sirrendes Geräusch, während sie fiel. Dann gab es einen großen Knall, gefolgt von einer enormen Erschütterung. Wie oft dachte ich: Diese Bombe ist für uns! Die Vermieterin wollte, dass wir die Kerze löschen, weil sie Angst hatte, das Licht könne nach außen dringen. Das kleine Lichtchen. Wenn sie wüßte. Einige der Männer, die nach draußen gegangen waren um zu sehen, wie schlimm es war, erzählten uns, das ganz Hamburg brannte. Ich hielt den kleinen Wolfgang ganz fest an mich und betete, dass wir lebend aus diesem Höllenloch hinauskommen würden. Und wenn es bedeuten würde, für den Rest meiner Tage ein armer elender Bettler zu sein.

Weihnachten 1943
Wolfgang hat Durchfall und ich muss Wasser von Kilometer weit her holen. Ich habe keine Möglichkeit zu kochen oder zu waschen, also kann ich die Windeln nicht sauber halten. Ich habe sie in einen Fluß gehalten, um wenigstens den Gestank loszuwerden. Nun zerschneide ich meine wenige Kleidung für neue Windeln.
Wir hatten so gut wie kein Brot in den letzten Tagen und Wolfgang bettellt und bettelt nach mehr. Werden wir jemals den Tag erleben, an dem ich ihm wieder ein Stück Schokolade in seinen kleinen Mund schieben kann? Ich fragte ihn, was das Christkind ihm zu Weihnachten bringen soll und er antwortete: „Brot“.

Januar 1945 (inzwischen mit zwei Söhnen und erneut schwanger)
Die Kinder waren fast den ganzen Monat im Bett, nur um warm zu bleiben. Es ist so kalt, dass die Milch auf dem Küchentisch gefriert. Jemand hat uns erzählt, dass es für kleine Kinder eine Sonderausgabe Suppe gibt. Ich zog die Kinder warm an- so warm wie ich konnte mit den paar Kleidungsstücken, die wir haben und wir gingen aus der kalten Wohnung auf die noch kältere Straße. Die Kinder vergassen die eisige Kälte sofort, so aufgeregt waren sie bei dem Gedanken an eine warme Suppe. Wir gingen kilometerweit und als wir ankamen waren wir bis auf die Knochen durchgefroren. Aber es gab keine Suppe mehr. Was sollte ich den Kindern sagen, um sie aufzumuntern? Sie waren so enttäuscht. Zu Hause hatte ich nichts mehr im Schrank. Ich werde etwas aus Nichts machen müssen, sagte ich zu mir selber, halb entschlossen, halb verzweifelt.
Zu Hause atmete ich auf ihre kleinen Hände und Füsse und rieb sie zwischen meinen Händen. Dann erzählte ich ihnen die schönsten Dinge, die mir einfielen. Besonders davon, wie schön wir es haben würden, wenn all das hier vorbei ist.“

Ich kann ihre Zeilen nicht lesen, ohne, dass mir die Tränen kommen. Habe ich wirklich gerade im Babygeschäft vor 20 verschiedenen Wickelauflagen gestanden? Bald werde ich wieder vor einem riesigen Regal mit Kindernahrung stehen und mein einziges Problem wird sein, ob ich den Wagen lieber mit Alete oder mit Hipp und lieber mit Pastinaken oder lieber mit Karotten befülle.

Viel Zeit für ihre Kunst hatte sie nie. Sie zog insgesamt fünf Kinder groß. Selbstverwirklichung war noch kein Thema für Ihre Generation. Kurz vor ihrem Tod antwortete sie auf die Frage, was sie im Leben gern anders gemacht hätte in der ihr eigenen witzig-bissigen Art: „Ich hätte gerne mehr gemalt. Aber was hab ich gemacht? Pellkartoffeln!“

Heute hängen ihre Bilder in einer Galerie in Köln und in vielen Wohnzimmern in Deutschland. Sie starb 2005. Als man sie auf dem Sterbebett fragte, ob sie denn herausfinden konnte, was der Sinn des Leben sei, da grinste sie und sagte: „Ja, hab ich. Aber das kann ich Euch natürlich nicht verraten!“

Vielleicht hast Du selber nie das Gefühl gehabt, dass Du zählst. Aber Du zählst. Bis heute.
Du hast fünf Kinder groß gezogen und sie zu wunderbaren Menschen erzogen. Du hast so viele Opfer für sie gebracht und Du hast dieses Land wieder aufgebaut und meiner Generation den Weg für das Leben gebahnt, das wir heute Leben dürfen. Du hast uns Deine Weisheiten, Deinen Humor und Deine Werte mit auf den Weg gegeben.

Vielleicht bist Du jetzt an einem Ort, an dem Du endlich tun kannst, was für Dich zählt.

Danke Oma!

Deine Mia


„Bei Weltanschauung in der ersten Reihe“, 1994

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade zum Thema „Jede Mutter zählt“, initiiert von Sophie Lüttich in ihrem Blog Berlinfreckles.
Inspiriert Euch das Thema auch? So könnt Ihr noch bis Ende des Monats teilnehmen:http://www.berlinfreckles.de/blogparade/jede-mutter-zaehlt/

Quasselkasper

Sprachlich hat sich beim Sohn in den letzten Wochen einiges getan. Er war auf dem Gebiet schon immer Experte, aber plötzlich hat er den Bogen raus und erzählt von morgens bis abends.

Es ist rührend, witzig, faszinierend und macht unendlich viel Spaß! Hier ein paar Highlights:

– Ich frage den Sohn, was denn die anderen Kinder in der Kita heute so gemacht haben. Er: „Die Marla hat geweint, die ist ja noch ein Baby.“ Ich sage, dass die Marla doch älter ist als er, also schon groß. Er legt den Kopf schief, zieht die Schultern hoch und sagt: „Aber die weint doch immer wie ein Baby, wenn ich der die Spielsachen wegnehme!“

– Der Papa muss auf Geschäftsreise und verabschiedet sich mit der Frage, ob er dem Sohn etwas mitbringen soll. Darauf er: „Neeeeiiin! Das macht doch der Osterhase!“

– Hoch im Kurs sind erfundene Geschichten, die aber immer Hand und Fuß haben und so detailliert sind, dass wir regelmäßig in der Kita nachfragen müssen, ob das eine Geschichte ist oder Realität.

„Die Emily ist ins Klo gefallen. Da hat die gerufen: Doro (Erzieherin), kannst Du bitte mich hier rausholen. Und dann hat die Doro die rausgeholt und dann war die nass. Und die hat geweint. Und ich hab gelacht und da hat die Doro gesagt, da lacht man aber nicht!“ Nachdem ich weiß, dass es eine erfundene Geschichte ist, frage ich: „Bist Du denn auch schonmal ins Klo gefallen?“ Er kopschüttelnd: „Nein, in UNSER Klo kann man nicht reinfallen“

– Wir treffen unsere Nachbarin auf der Straße. Sie fragt wie es mir geht und ich antworte:“Mir geht es gut“. Da kommt es von weiter unten:“Jaha, und mir auch!“

– Er trinkt ein Trinkpäckchen, hält es aber nicht gerade, sondern nimmt den Kopf wie beim Trinken aus dem Glas nach hinten und ich befürchte, dass es eine Schweinerei gibt und sage ihm, er soll es gerade halten. Er: „Nein, das muss man kippen!“ Ich:“Nein, dass muss man gerade halten, nicht kippen.“ Er: „Doch, das muss man nämlich wohl kippen, weil, weil, weil, das muss man kippen!“

-Die Kita ruft mich im Büro an, ich soll den Sohn abholen, da er über Ohrenschmerzen klagt. Ich eile und finde einen vergnügten kleinen Mann. Im Auto frage ich ihn: „Hast Du geweint, mein Engel?“ „Jaha!“ Tut Dir Dein Ohr weh? Ganz doll?“ Und der kleine Schlauberger: „Nein ich hab nicht wegen dem Ohr geweint, sondern (!) wir haben einen Ausflug gemacht und da war eine große Straße und da waren Autos und da hatte ich Angst!“ Wieder so eine Geschichte, bei der ich in der Kita nachfragen muss. Tatsächlich hat er an der großen Straße immer Angst und weint dann oft. Hat das Schlitzohr wirklich Ohrenschmerzen vorgetäuscht, damit Mama kommt???

– Er deutet auf einem Parkplatz auf Papas drei Jahre altes, eigentlich doch sehr chices Auto und sagt mit einer wegwerfenden Handbewegung. „Das ist Papas Auto. Aber das ist schon alt!“

Gewinner der Buch-Verlosung

Ach, es tut mir Leid, ich habe Euch so lange warten lassen. Als aber dieser verregnete Sonntag heute früh um 6:35 Uhr damit begann, dass ein ausgeschlafener Sohn aus seinem Bettchen rief: „Maaaama! Ich bin wahach!!“, da hatten wir endlich mal wieder ganz viel Zeit und haben Eure Kommentare in den Lostopf geworfen.

„Mama, ich nehm einen Großen“, kommentiert der Sohn sein Vorgehen…

…griff beherzt zu und las laut vor…

…“Maximilian!“
An dieser Stelle musste ich dann doch korrigierend eingreifen. Der Gewinner ist nicht Maximilian, sondern Anna! Da mehrere Annas kommentiert haben, hier noch der Text des Gewinner-Kommentars: „Ich komme leider viel zu selten zum Lesen. Aber ich versuche mir auch ab und zu die Zeit zu nehmen. Dein Blog lese ich aber regelmäßig, weil ich ihn super finde und dich auch. Ich versuche gerade…“
Liebe Anna, herzlichen Glückwunsch! Du wirst bestimmt viel Spaß mit dem Buch haben! Schickst Du mir noch Deine Postadresse, damit ich das Paket auf die Reise schicken kann (Mia.Sommer1978@googlemail.com).
Der Sohn hat übrigens inzwischen gemerkt, dass er als Verlosungs-Assistent unverzichtbar ist und hat die Preise erhöht. Ein Kuss und ein Lob tun es nicht mehr. „Mama und jetzt krieg ich einen Kakao! Und ein Keks, bitte!“ 
Wer kann da schon nein sagen?

Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich Euch!

Eure Mia

27 Wochen schwanger- jetzt mit Insulin

Es ging mir gerade so gut mit der Schwangerschaft. Noch stört der Bauch nicht wirklich, ich kann noch gut schlafen und habe eigentlich keine Beschwerden. Ich war einfach bloß schwanger. Und plötzlich bin ich krank. Plötzlich ist es eine „Risikoschwangerschaft“ und ich muss so oft zu allen möglichen Ärzten, dass ich jede Gala und Bunte auswendig kenne.

Da ich ja nichts über SS-Diabetes wußte und es irgendwie gruselig fand, Insulin spritzen zu müssen, habe ich mich anfangs mit Händen und Füßen gewehrt. Ich wollte es lieber ohne schaffen.
 

Und ich habe es echt versucht. Ich habe strengste Diät gehalten, kaum Kohlenhydrate zu mir genommen und mich so viel wie möglich bewegt. Trotzdem hatte ich oft einen zu hohen Blutzuckerwert. Zum Frühstück hätte ich jetzt nur noch eine halbe Scheibe Brot angucken dürfen und den Milchkaffe dazu erst eine Stunde später trinken- Lebensqualität wo bist Du?
Also hat mir die Diabetologin gestern ein neues Spielzeug übereicht- einen Insulin Pen. Ich muss zunächst nur morgens und nur 2 Einheiten Insulin spritzen. Da im Laufe der Schwangerschaft die verantwortlichen Hormone weiter ansteigen werden, wird vermutlich auch mein Insulinbedarf steigen.
Die Nadel verdient eigentlich den Namen gar nicht. Es ist wirklich nur ein winzig kleines Ding und der Piks tut auch nicht wirklich weh.
Beim ersten Mal habe ich natürlich alles falsch gemacht: Man stellt an dem Pen die Einheiten ein. Hab ich gemacht. Dann ramm ich mir das Ding in den Bauch und sehe: „Oh, steht ja gar nicht auf 2 sondern auf 0.“ Verstellt sich das so leicht wieder? Dann nochmal. Wieder auf 2 gestellt und dann gesehen, dass sich das Gerät nach dem Piks wieder auf 0 stellt. Ohje, dann habe ich mir jetzt die doppelte Dosis gegeben? Zum Ausgleich habe ich die Nadel ja jedes Mal sofort wieder rausgezogen, dabei soll man sie ein paar Sekunden stecken lassen, damit nichts zurückfließt. Jetzt hatte ich tierische Angst, dass es zu viel war und ich unterzuckere. Nach einer Stunde habe ich wieder gemessen und der Wert war trotzdem relativ hoch. Also keine Unterzuckerung, aber auch kein großer Effekt. Mal sehen, wie es morgen wird, wenn ich hoffentlich alles richtig mache.
(Weiß jemand, wozu der Abstand zwischen Spritzen und Essen wichtig ist? Die Ärztin sagte 10 Minuten. Ist das ein Mindestabstand und es macht nichts, wenn es 25 werden, weil das Telefon klingelt und mein Sohn schnell noch ne neue Windel braucht?)
So, und was macht Frau in so einer Situation? Shoppen, genau! Leider geht die Saison aufgrund der Plauze ja eigentlich komplett an mir vorbei. Die H&M Klamotten sind ja sooo langweilig, aber richtig teuere Umstandsmoden lohnen sich für die paar Wochen jetzt auch nicht mehr. Zu schade, dass mein Lieblingslabel Schumacher keine Umstandskollektion hat (also Lieblingslabel heißt leider nicht, dass mein Schrank voll davon ist, aber so 1-2 Teile pro Saison gönne ich mir schon).

Zum Ausgleich habe ich mir einen neuen Nagellack und einen Lipgloss von Chanel gegönnt und ein bißchen (Mode)Schmuck. Jetzt noch ein schönes neues Paar Schuhe und meine innere Balance ist wieder hergestellt!

Eure Mia

Ich will kein Insulin

Die gute Nachricht vorweg: Die Eiweiß Diät funktioniert tatsächlich. Ich dachte immer, diese ganzen Stars sind bekloppt, weil sie keine Kohlenhydrate essen. Ist doch egal, was man isst, es kommt nur auf die Anzahl der Kalorien an. Nee, nee. Ohne Kohlenhydrate purzeln die Pfunde, das ist tatsächlich so.

Die schlechte Nachricht ist: In der Schwangerschaft ist Abnehmen gar nicht so cool und ich bin mittlerweile ziemlich am Ende.

Ich habe nach der Diagnose Schwangerschaftsdiabetes meine Ernährung stark umgestellt (obwohl sie schon vorher sehr gesund war). Übers Wochenende habe ich 1,5 Kilo abgenommen. Ich fühle mich müde und ausgelaugt, habe Hunger und trotzdem sch***-Werte!

Heute Morgen hatte ich wieder Termin bei der Diabetologin. Am Wochenende musste ich jeweils unmittelbar vor der Mahlzeit und eine Stunde nach der Mahlzeit meinen Blutzucker messen (aua Finger!). Meistens waren die Werte ok, aber sobald Kohlenhydrate ins Spiel kommen, ist es vorbei. Der Kaffe mit Milch war zu viel. Mehr als 3 EL Reis vertrage ich nicht. Eine Scheibe Brot ist je nach Belag ok, eine weitere halbe Scheibe lässt den Wert explodieren. Von der halben Banane fange ich gar nicht erst an. Eine Hand voll Nudeln ist das Maximum dessen, was geht.
 Die Diabetologin winkt mit Insulin. Das möchte ich aber nicht. Sie schaut auf die Werte und sagt: „Aber so geht es nicht. Sie brauchen Kolhelnhydrate. Erstens werden Sie sonst nicht satt, zweitens braucht Ihr Kind die zum Wachsen.“ Und schon fließen die Tränchen. Ich kann nicht mehr.

In der Nacht hatte ich einen schrecklichen Film vor Augen: Valentin schwimmt schon seit Wochen in viel zu viel Zucker. Immer wieder habe ich zu hohe Werte. Er wird viel zu groß und zu schwer, muss per Kaiserschnitt geholt werden. Weil der Diabetes auch nach der Schwangerschaft nicht weggeht, stille ich ihn nicht, sondern er bekommt die Flasche. Das komplette Kontrastprogramm zu seinem großen Bruder, der nach einer Traum-Schwangerschaft einen perfekten Start ins Leben hatte.
Ein paar Jahre später hat sich sein großer Bruder weiter phantastisch entwickelt. Er ist schön, schlau, gesund. Er fährt die größten Erfolge in Schule, Sport und bei den Frauen ein. Valentin hatte leider einen ganz anderen Start ins Leben. Er ist inzwischen auch Diabetiker, fettleibig und steht antriebslos und unglücklich im Schatten seines großen Bruders. Bei seiner Mutter ist der Diabetes nicht mehr weggegangen. Sie darbt seitdem bei Wasser und (ganz wenig) Brot, sieht schrecklich aus, weidet sich aber an ihrem Erstgeborenen und kommt so über die Runden.

Nicht lachen! Nachts, hungrig und unter Schwangerschaftshormonen kann man schonmal so denken!

Ich bin ja sonst auch nicht so. Eigentlich prallt an mir immer alles ab. Ich habe immer gute Laune und rege mich über nichs auf. Schreckensnachrichten verursachen bei mir nicht einmal einen erhöhten Puls. Ich beruhige immer alle anderen, bin die Ruhe und die Zuversicht selbst. Aber das ist gerade alles so über mich hereingebrochen- das hat meine Schwangerschaftshormone überfordert.

Gleichzeitig tadele ich mich selber, weil ich mich so anstelle. Ein SS-Diabetes ist von allen Diagnosen, die man in einer Schwangerschaft so bekommen kann, wohl noch mit am Besten. Dem Kind wird´s schon gut gehen und wir kriegen das alles hin. Dann muss ich halt ein bißchen Insulin spritzen, das schadet wohl weder mir noch dem Kind. Also, jetzt hör mal auf zu Flennen, Mia, das ist voll undankbar!

Ich weiß einfach nichs über Diabetes und Insulin. Ich will das auch nicht googeln, denn dann werde ich ja erfahren, dass das Risiko, für Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall bei SS-Diabetes um 170% erhöht ist und die Wahrscheinlichkeit, die Schwangerschaft zu überleben mit Diabetes bei unter 5% liegt, oder so. Krankheiten googlen macht krank!

Ich werde mich also weiter mit Kochen, Blutzucker messen, Einkaufen, Ernährungstagebuch führen und Grübeln beschäftigen. Zu diesem Zweck bin ich weiterhin krankgeschrieben. Am Donnerstag habe ich den nächsten Termin bei der Diabetologin, und dann wird sich zeigen, ob ich vielleicht doch ohne Insulin auskomme.

Morgen bin ich beim Ultraschall. Ich hoffe, dass Valentin sich gut entwickelt hat und nicht zu groß und nicht zu klein ist. Mal sehen, welche Gedanken ich mir dazu im Laufe der nächsten Nacht alles machen werde…

Eure Mia

Verlosung von „Ich glaub mich tritt ein Kind“

Was für ein aufregender Tag war das gestern für mich!
Leider nicht nur im positiven Sinne. Diese ganzen Krankheitsthemen überfielen mich gestern so heftig, dass ich weinend meine Hebamme anrufen musste, aber davon erzähle ich Euch nochmal gesondert.

Ein echtes Highlight war die Lesung von den Stadt-Land-Mamas Caro und Lisa im Apfelkind in Bonn.
Die beiden haben ihr Buch „Ich glaub mich tritt ein Kind“ vorgestellt, während Freunde, Bekannte, Leserinnen und jede Menge Kinder Kaffe, Kakao und Waffeln genossen. Es war herrlich! Ein paar Bilder von gestern findet Ihr hier
Lisa und Caro mal persönlich kennenzulernen war so schön! Die beiden sind so sympatisch. Und schön sind se auch! Ach ja, und schreiben können sie! Ich habe „Ich glaub mich tritt ein Kind“ schon gelesen. Es gibt kein Kapitel, kein Thema, das ich nicht auch schon erlebt, gefühlt, diskutiert habe. Da das Buch einen E-Mail Verkehr der beiden wiedergibt, bekommt man zu jedem Thema meist gleich zwei Seiten präsentiert.

Mein Lieblingssatz in dem Buch lautet: Da ist man schon neun Monate schwanger, und dann kommt auch noch ein Kind!
 Dieses herrliche Buch habe ich gestern für Euch signieren lassen und jetzt könnt Ihr es hier gewinnen.

Dafür müsst Ihr mir nur einen kurzen Kommentar zum Thema Lesen hinterlassen, z.B:
Habt Ihr überhaupt noch Zeit zum Lesen und wenn ja: wann? Lest Ihr noch etwas anderes, oder nur Schwangerschaftsratgeber? Oder ganz einfach: Welches Buch könnt Ihr mir empfehlen, damit mir während meiner Krankschreibung nicht die Decke auf den Kopf fällt?

Am Sonntag wird mein bewährter Assistent der Sohn mir bei der Auslosung helfen. Viel Erfolg!!

Eure Mia