Sorgen, Nöte, Mutterglück

Die ersten zwölf Wochen sind kritisch, klar! Welche werdende Mami macht sich da keine Sorgen? Wird das Baby bei mir bleiben?




Noch bis zum ersten großen Ultraschall machen wir uns Sorgen, ob es wohl gesund ist, ob es überhaupt lebensfähig sein wird.



Eines Tages erzählen wir es den ersten Freunden und Verwandten und fangen ganz vorsichtig an, selber daran zu glauben, dass wir bald ein Baby im Arm halten werden. Und während der Bauch wächst und wächst kommen wir langsam, Woche für Woche im Schwangersein an.



Ich bin jetzt so weit, dass ich die Schwangerschaft genießen kann. Ich freue mich so auf Nr. 2! Aber: So richtig entspannen werde ich mich wohl bis zum Schluß nicht. So viele Hürden liegen noch vor mir. Auch jetzt kann noch so viel schief gehen. Gefahren für mich und das Baby gibt es viele.

In meinem Kollegen und Bekanntenkreis häufen sich die Horrorgeschichten. Kleine Kostprobe gefällig? Meine Kollegin hat ihre Tochter bei der Geburt verloren. Eine Bekannte ist eine Woche nach der Geburt ihres Sohnes an den Folgen der Geburt gestorben. Natürlich weiß ich, dass die ganz überwiegende Anzahl der Geburten gut verläut, aber wie könnte ich denn keine Angst haben?



Ich blende das alles so gut es geht aus. Ich finde es wichtig, dass ich mich auf das Baby freuen kann. Eine Kollegin, die in Bezug auf Schwangerschaften und Geburt schon viele sehr traurige Dinge erlebt hat, ist gerade wieder schwanger. Als ich ihr gratulierte winkte sie nahezu panisch ab und meinte: „Nein! Nein! Noch nicht! Erst wenn es da ist!“



Ich kann ihre Sorgen ja so gut nachempfinden, aber ich fand es in dem Moment auch irgendwie so traurig. Wenn ich mir jeden Tag nur Sorgen mache und mich gar nicht traue, mich auf das Baby zu freuen, wenn ich Angst davor habe, mich auf den Gedanken an mein Baby einzulassen und jede freudige Erwartung auf Abstand halte, dann verpasse ich doch so viel!



Ich verpasse die Vorfreude auf mein Kind! Ich nehme mir selber die schönen Momente, in denen mir ein Tritt gegen die Bauchwand ein seeliges Lächeln auf die Lippen zaubert, dass umstehende Passanten/Kollegen mich für verrückt halten müssen.



Denn die Zeit der Schwangerschaft ist so schön. So ein Wunder. Wenn ich erst abwarte, bis alles gut gegangen ist, kann ich diesen Teil der Vorfreude nicht mehr nachholen.



Mutter-werden und Mami-Sein beginnt für mich nicht erst mit Vollendung der Geburt. Die Schwangerschaft gehört dazu. Und: Schließlich enden die Sorgen auch nach der Geburt nicht. Da erwarten uns vielmehr ganz neue Spielwiesen für unsere Sorgen. Noch etwas später erfahren wir, was „kleine Kinder -kleine Sorgen, große Kinder- große Sorgen“ bedeutet. Das hört jetzt nie mehr auf.



Für eine Mutter liegen das größte Glück und die größten Sorgen immer ganz dicht beieinander. Was wir also lernen müssen, ist, uns mit Sorgen möglichst nur insoweit zu beschäftigen, als sie sich bereits zum Problem realisiert haben. Sonst könnte es passieren, dass wir irgendwann nur noch mit unseren dick in Watte eingepackten Kindern zu Hause sitzen.



Genießen wir also besser das Mutterglück- und zwar schon von dem Moment des positiven Schwangerschaftstests an.



Leichter gesagt, als getan, ich weiß. Aber doch der beste Weg, für das meiste Glück, oder?



Eure Mia

4 Kommentare

  1. Ich finde mit Bedacht genießen ist das richtige. Und offen sein für alles das kommt. Bereit sein, sich zu öffnen und loszulassen und nicht von zu vielen nagativen Geschichten beeinflussen zu lassen. Respekt muss man haben, das finde ich das richtige,

  2. Die negativen Geschichten haben uns beim ersten Mal auch Angst gemacht. Unberechtigt natürlich. Ich denke auch, genießen ist das Wichtigste. Wenn die ersten 12 Wochen erstmal rum sind sollte man sich einfach nicht mehr verrückt machen lassen.

  3. Ich habe mir während meiner ersten Schwangerschaft natürlich auch Sorgen gemacht. Dennoch habe ich veruscht, mich nicht davon zu sehr einnehmen zu lassen und es einfach auf mich zukommen zu lassen. Wenn ich mich so in unserem Freundeskreis umschaue, dann haben eigentlich auch die Mütter, die sich immer übermäßig viel Sorgen gemacht haben, später anstregende Kinder bekommen. Der Stress, den man sich selber macht, scheint sich auch auf das Kind auszuwirken.

  4. Oh je, das ist so ein kontroverses Thema. Eine Fehlgeburt zu erleiden oder ein Kind zu verlieren ist einer der traumatischsten Erlebnisse, die eine Frau durchleben kann. Die zerplatzten Träume für die Zukunft und das Gefühl einen Teil von sich zu verlieren, müssen erstmal verarbeitet werden und diese Frauen verdienen meinen Respekt und meine Empathie. Auf der anderen Seite habe ich für mich entschieden, dass mein nächstes Baby es verdient, dass ich mich genauso freue wie auf mein erstes Baby. Manchmal helfen dann auch ein paar Therapiestunden, um das Trauma zu überwinden. Für meine nächste Schwangerschaft habe ich mir vorgenommen Situationen hinzunehmen an denen ich nichts ändern kann und wenn ich doch mal Sorgen und Nöte habe, dann rufe ich lieber Dr. Mama an oder die Hebamme, anstatt Dr. Google! Wer möchte schon Salz in die Wunde, wenn er Schokolade für die Seele haben kann. 🙂

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