Und plötzlich ist da ein Bauch!

Gewicht: + 800g (huch, das ging jetzt aber schnell)
 

Ich will: schlafen! Und einen Supermarkt extra für Schwangere, mit lauter Artikeln, die man in der Schwangerschaft zu sich nehmen kann. Wo man einkaufen kann, ohne sich Gedanken zu machen und die Packung studieren zu müssen, bevor man sie in den Wagen wirft.
 
Ich mag nicht: Kaffee schmeckt mir immernoch nicht so besonders
 
Zipperlein: Neu: Pickel! Nasenbluten.
 
Und sonst so: Wegen gelegentlicher Blutungen bin ich diese Woche dann doch mal zur Ärztin gefahren. Die hat festgestellt, dass ich eine tiefliegende Plazenta habe, das heißt sie liegt zu einem Teil auf dem Muttermund. Im Moment erstmal kein Problem und vermutlich gibt sich das mit der Zeit. Soll aber den Sohn nicht schleppen, keine 10 km Läufe machen (ich?) und keinen Sex haben.
 
Der Bauch kam einfach über Nacht.
Tags zuvor war ich noch stolz, weil man noch nichts sehen kann, und das obwohl es doch meine zweite Schwangerschaft ist. Am anderen Morgen ging plötzlich meine Hose nicht mehr zu. „Du siehst auch schon kugelig aus“, stellte mein Mann fest. „Aber gestern noch nicht!“, schmollte ich. „Nein, gestern noch ganz und gar nicht!“ Sehr höflich, mein Mann!
 
Ich wollte eigentlich noch ein wenig mit der Verkündung im Büro warten, wenigstens bis zur Nackenfaltenmessung am 03.12. Also habe ich mein Bäuchlein erstmal versteckt. Das war nicht ganz einfach. Da ich nach der ersten Schwangerschaft, ich nenne es mal: nicht ganz zu meiner alten Form zurückgekehrt bin, sitzt der Großteil meiner Klamotten nun ja, nicht so, dass ich noch viel Spielraum hätte.
 
Jedes Mal wenn ich durch das ganze Großraumbüro laufen musste, um auf die Toilette zu gehen (was so oft vorkam, dass der aufmerksame Beobachter durchaus seine Schlüsse hätte ziehen können), habe ich den Bauch eingezogen. Das erinnerte mich immer hieran: 
 
 
Heute habe ich daher beschlossen, dass ich darauf keine Lust mehr habe. Heute war der Tag, an dem ich es meinen Kollegen erzählt habe. Juhu, jetzt habe ich ganz offiziell ein Bäuchlein.  Die Wirkung ist ganz erstaunlich: Es ist wieder ein Schritt weiter in Richtung Baby. Ich fühle mich jetzt schwangerer. Es macht alles noch realer, wenn man offiziell und offensichtlich schwanger ist.
 
Obwohl- offensichtlich? Ich muss zugeben, dass das nur geübte Augen erkennen können. Der Bauch ist noch sehr mini. Sieht aus, als hätte ich in den letzten Wochen ein paar leckere neue Rezepte ausprobiert oder so. Ich sehe also weniger schwanger als vielmehr fett aus. Es wird wohl noch ein paar Wochen dauern, bis ich mich mit dem Bauch richtig wohl und entspannt fühlen kann.
 
Es hat aber großen Spaß gemacht, heute zu sehen, wie sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet. Kaum hatte ich es bei uns im Büro ausgesprochen, riefen schon Kollegen an, die in einem Bürogebäude am anderen Ende der Stadt sitzen, um zu gratulieren.
 
Das war ein schöner Tag für mich und das Baby. Wir beide standen heute ganz schön im Mittelpunkt. Mir wurde plötzlich klar, dass mein Sohn damals viel mehr Aufmerksamkeit von mir bekommen hat. Ich habe den ganzen Tag an nichts anderes gedacht, als an die Schwangerschaft. Mit dem zweiten Kind bin ich eher nebenbei schwanger. Ich freue mich total, aber es nicht mehr ganz so allgegenwärtig, wie beim ersten Mal.
Ich denke, ich werde mir ab jetzt öfter mal Zeit nur für mich und das Baby nehmen.
 
Eure Mia

Dich festhalten

„Iss mößt heute niß Kita dehn!“, verkündet mein Sohn heute morgen. „Mößte Bett bleiben!“ Gemeint ist natürlich das elterliche Bett. Und selbstverständlich müssen Papa und Mama auch im Bett bleiben.
Na gut, noch fünf Minuten. Fünf Minuten Kuscheln. Und fünf Minuten staunen über mein Kind.
Mein Sohn! Wo sind die letzten zwei Jahre eigentlich geblieben? Vor zwei Jahren waren wir noch andere Menschen. Wir waren gerade in den Vorbereitungen für Deine Gebeurt und hatten keine Ahnung, was auf uns zu kommt. Als Du endlich da warst, warst Du so winzig klein. Und Du konntest nichts. Nicht einmal alleine Dein Köpfchen halten. Du hast mich gebraucht. 24 Stunden am Tag.
Jetzt brauchst Du mich jeden Tag weniger. Du bist schon so groß! Warum geht das so schnell? Ich habe in den letzten zwei Jahren fast jeden Tag mit Dir verbracht. Anfangs auch jede Nacht. Ich habe Dich den ganzen Tag im Arm gehalten und nachts hast Du neben mir gelegen. Trotzdem kommt es mir manchmal so vor, als hätte ich etwas verpasst.
Ich habe jeden Tag und jede Minute genossen. Manchmal war es hart, aber ich war immer glücklich. Ich war mir meines Glückes sogar bewußt. Ich hätte es nicht mehr genießen können. Trotzdem habe ich das Gefühl, die Zeit rinnt mir durch die Finger.
Dann möchte ich Dich festhalten. Als könnte ich damit den Moment festhalten, die Zeit anhalten. Aber genausowenig wie ich die Zeit anhalten kann, kann ich Dich festhalten. Eine kurze Umarmung, und dann bist Du auch schon wieder weg. Festhalten kann ich Dich nur noch, wenn Du in meinem Arm einschläfst, oder wenn Du krank bist. Dann gehörst Du wieder ganz mir.
Im Zeitraffer wirst Du groß. Du lernst jeden Tag so viele neue Dinge. So schnell muss ich mich von meinem Baby verabschieden?
Am liebsten würde ich jetzt auch den ganzen Tag im Bett bleiben. Aber die fünf Minuten sind um. Ab in die Kita!
Wenig später verschwindet er mit meinem Mann aus der Haustür und winkt mir strahlend mit seiner Kindergartentasche in der Hand nach. Wenn ich ihn heute nachmittag aus der Kita abhole, hat er schon wieder ganz viel gelernt.
Eure Mia

Tipps für die Trotzphase

Liebe Leidensgenossen mit Kindern in der Trotzphase: Wenn ihr mal richtig lachen wollt über die Trotzphase, dann lest Euch den Artikel im Spiegel dazu durch.
Dort möchte man uns mit zwei ganz tollen Tipps die Auswirkungen der Trotzphase erleichtern. Ich muss sagen, ich hab mich weggelacht.

Tipp 1: Dem Kind einen Wutwinkel einrichten, in der es auf Kissen hauen kann oder ähnliches um sich abzureagieren. 

Tipp Nr. 2: das Kind seine Wut in einen Wuteimer brüllen lassen!
Wer denkt sich sowas aus? Wir reden doch hier von der Trotzphase. Dabei handelt es sich um Abgrenzungsbemühungen von den Eltern. Wo liegt der Sinn, wenn mein Kind sich dazu in einen Wutwinkel verkriecht und Mama von dem ganzen Spektakel gar nichts mitbekommt??
Sorry, lieber Spiegel, aber das ist bullshit (die Wortschöpfungen „Wutwinkel“ und „Wuteimer“ finde ich allerdings gelungen).
Leider muss ich an dieser Stelle alle, die gehofft haben, jetzt kommen noch richtig gute Tipps, enttäuschen. Ich bin absolut ahnungslos.
Neulich zum Beispiel wollte ich dem Sohn eine Freude machen und habe ihm auf dem nachhausewg von der Kita einen Keks versprochen. Er hat sich total auf den Keks gefreut, lief strahlend ins Haus und streckte in Erwatung schon seine Händchen aus. Weil es ein großer Keks war, habe ich ihn in zwei Teile gebrochen. An der Stelle war der Tag gelaufen. Der Sohn hat ein dramatisches Geschrei veranstaltet und wollte den Keks nicht mehr haben. Ich habe versucht ihm zu erklären, dass man den Keks trotzdem genießen kann. Keine Chance. Schließlich habe ich ihm einen neuen Keks gegeben, aber dazu war es dann schon zu spät, das konnte ihn auch nicht mehr trösten.
Mir fiel nichts mehr ein und vor lauter Verzweiflung habe ich ihm seinen Schnuller gegeben, den wir ihm eigentlich nur noch zum Schlafen geben. Extrem kontraproduktiv und erzieherisch unklug, aber ich war halt verzweifelt. Mit seinem geliebten „Schnulli hat er sich immerhin schluchzend ganz langsam wieder beruhigt.
Vielleicht hätte ich das Theater vermeiden können, wenn ich ihm gleich einen neuen Keks gegeben hätte. Aber so kommen wir ja nicht weiter, denn es geht schließlich darum, dass der Sohn lernt, dass er seinen eigenen Kopf auch mal unterordnen muss. So ist das in unserer Gesellschaft. Ich habe mal gelesen, dass die Trotzphase ein Phänomen der westlichen Welt ist. Klar, es gibt ja auch nirgendwo so viele Regeln, die dem kindlichen Willen Grenzen setzen. Afrikanische Kinder dagegen trotzen wohl kaum.

Es hilft uns allen nichts- durch die Trotzphase müssen wir durch, da verkündet auch der Spiegel Artikel keine neuen Erkenntnisse. Aber für den Fall dass es zu schlimm wird spiele ich gerade mit dem Gedanken, bei uns zu Hause vielleicht schonmal einen Wutwinkel für MICH einzurichten…
Eure Mia

Hochzeit im Zelt

Versprochen ist versprochen: Hier das aktuelle Bild von Nummer 2.

Nummer 2 ist schon sehr groß. Schon knapp vier Zentimeter! Das bedeutet, dass ich schon ein paar Tage länger schwanger bin.  Das bedeutet auch, dass der ET korrigiert werden. Er muss ganze 5-7 Tage vorverlegt werden. Super, könnte man jetzt sagen, dann beginnt mein Mutterschutz früher.
Aaaaber: Der Zeitplan ist gelinde gesagt etwas ungünstig. Nächstes Jahr heiratet nämlich meine kleine Schwester.
Meine kleine Schwester heiratet nach elf Jahren Beziehung ihre Jugendliebe. Der glückliche Bräutigam ist ein Goldstück und für meine andere Schwester und mich schon lange so etwas wie unser kleiner Bruder. Wir lieben ihn! Diese Hochzeit wird ein Traum. Am 01. Juni 2013 ist es endlich so weit. Und der neue errechnete Termin liegt zwischen dem 04. und dem 06. Juni. Das könnte verdammt knapp werden.
Ich muss doch bei der Hochzeit meiner kleinen Schwester dabei sein. Wenn ich mir vorstelle, in den Wehen zu liegen, während sie heiratet…Das geht doch nicht!
Ebenfalls unschön wäre es, wenn Nummer 2 kurz vor der Hochzeit das Licht der Welt erblickt. Ich sehe mich vor meinem geistigen Auge schon auf diesem zauberhaften Fest sitzen. Mein Kleid kann ich nach der Hochzeit prima weiterverwenden. Als 3-Mann-Zelt! Die alten Tanten werden den Kopf schütteln, weil sie denken, man sieht meinen BH, dabei sind es bloß die Stilleinlagen, die ja nie da halten, wo sie sollen. Und über die nassen Flecken dort, wo die Stilleinlagen sich eigentlich befinden sollen, zerreisst sich die pubertierende Jugend das Maul. Davon werde ich aber nicht viel mitbekommen, weil ja das Neugeborene schreit und ich mich nach der Vorspeise in Richtung Bett verabschiede! 


Das darf nicht passieren!!


Nummer 2 muss also zwingend bis nach der Hochzeit durchhalten! Mama wird ganz fest die Beine zusammenpressen! 
Schaffen wir das?
Eure Mia
@ Berlin Mitte Mom: auf der Hochzeit lerne ich endlich mal deine Schwester kennen 🙂
Das muss ich kurz erzählen: Meine Schwester hat zusammen mit der kleinen Schwester von Berlin Mitte Mom Medizin studiert. Neulich haben sie ein Wochenende zusammen verbracht und kamen auf ihre Schwestern zu sprechen. Und siehe da: Beide Schwestern schreiben Blogs über ihr Leben als Mutter. So haben Berlin Mitte Mom und ich uns kennengelernt.

10 Wochen schwanger

Gewicht: +/- 0!
Zipperlein: Schwindel, morgens hin und wieder leichte Übelkeit, Müdigkeit, jetzt schon Sodbrennen aber zum Ausgleich ein super Dekollete!

Will ich: Saure Gurken (wie klischeehaft!), Salat
Mag ich nicht: Kaffee (und das mir!)
Und sonst so: Mein Mann hat einen tollen Rotwein gekauft und neben mir auf dem Sofa getrunken. Sehr hart für mich!
Heute habe ich in der Uniklinik angerufen und einen Termin für die Nackenfaltenmessung am 3.12. vereinbart. Dem Termin sehe ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freue ich mich drauf, denn auch beim Sohn haben wir diese Untersuchung damals machen lassen und wir haben dort die ersten ganz tollen Bilder von unserem Kind bekommen. Die Technik in der Uniklinik ist der Hammer, ganz anders als bei meiner Frauenärztin. So  haben wir schon in der 13. Woche das Geschlecht des Sohnes erfahren.
Andererseits soll bei dieser Untersuchung ja ausgeschlossen werden, das das Kind eine Fehlbildung, eine Erkrankung oder eine Chromosomenstörung hat. Super, wenn ich mit dem Ergebnis nach Hause gehen kann, dass alles unauffällig ist. Aber was, wenn nicht?
Für meinen Mann und mich steht fest, wir nehmen jedes Kind an, das Gott uns schenkt und wir werden es lieben wie verrückt. Es wäre aber gelogen zu behaupten, dass es für uns gar kein Thema ist. Natürlich wünschen wir uns, dass unser Kind gesund ist. Alles andere ist zweitrangig. Und natürlich zweifeln wir auch daran, ob wir einem kranken Kind überhaupt gewachsen wären. In meiner ersten Schwangerschaft bin ich noch etwas unbedarfter mit dem Thema umgegangen. Jetzt, da ich eine Mutter bin, mache ich mir noch viel mehr Sorgen. Ich weiß jetzt, wie sehr man sich um sein Kind sorgt, wie sehr man es liebt und wie sehr man jeden Kummer von ihm fernhalten will.
Ich gehe einfach mal davon aus, dass ich mir über dieses Thema keine weiteren Gedanken machen muss und dass es bei ein paar sorgenvollen Gedanken bis zum 3.12. bleibt.
Morgen habe ich erstmal einen weiteren Termin bei meiner Frauenärztin. Wenn es dann ein schönes Foto gibt, werde ich es Euch natürlich nicht vorenthalten.
Eure Mia

Kämpfen- muss das sein? Oder: Ein Schlag ist auch eine Berührung

Zwei Blogs-zwei Meinungen. Oder? Hier nachlesen!

Auf den ersten Blick ist die Sache glasklar: Ich bin dagegen! Ich bin gegen Prügeleien, gegen Schwerter, gegen jegliche Form von Gewalt. Mein Sohn soll sich nicht durchs Leben prügeln. Gewalt ist bekanntermaßen keine Lösung.

Leider gibt es da ein Problem: Mein Sohn steht halt drauf. Er macht jeden Gegenstand zu einem Schwert und fuchtelt damit entsprechende Geräusche von sich gebend in der Gegend herum. Von mir hat er das nicht. Von seinem Vater auch nicht. Es muss wohl aus der Kita kommen.
Als mein Sohn am Wochenende mal wieder aus einer leeren Küchenrolle ein Schwert gezaubert hat, habe ich ihn mir geschnappt, ihn auf meinen Schoß genommen und ihm erklären wollen, dass Schwerter anderen Menschen sehr weh tun können. „Sohn,“ begann ich, „weißt Du, dass ein Schwert sehr gefährlich ist?“ Er antwortete aufgeregt: „Martin! Färt (Schwert) denommen, Mantel dursenitten. Einer Mantel Martin, einer Mann!“
Ja, erklär mal deinem Sohn in der St.Martinszeit, dass er nicht mit Schwertern spielen soll. Während er die Kurzfassung der Geschichte wiedergibt, macht er bei der Stelle, an der St. Martin den Mantel teilt, eine eifrige, ausholende Bewegung. Begeisterung auf der ganzen Linie.
Ich komme ins Grübeln. Die Geschichte von St. Martin ist ja irgendwie untrennbar mit seinem Schwert verbunden. Er kommt als mächtiger Mann daher, macht nicht viele Worte, nimmt das Schwert, das Symbol seiner Macht, und tut damit Gutes. Sind Schwerter vielleicht gar nicht nur schlecht? Kommt es nur darauf an, wie man sie einsetzt? Oder anders gefragt: Ist Kämpfen immer falsch oder darf man für das Gute auch kämpfen?
Plötzlich bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich meinem Sohn sämtliche Gewalt verbieten will.
Raufereien gehören zu einer Kindheit dazu. Selbstverständlich soll mein Sohn nicht immer draufhauen, wenn einer sagt: „Du bist doof!“, aber dass ein kleiner Junge von einer Sache mal so überzeugt ist,  dass er dafür mit ganzem Körpereinsatz einsteht, das passiert. Als Kind hat mich ein Mädchen mal sehr geärgert. Plötzlich rannte sie schreiend weg. Meine kleine Schwester hatte mich verteidigt, indem sie dem Mädchen ins Bein gebissen hat. Kinder lösen Konflikte auch mal mit Gewalt. Sie können noch nicht jeden Ärger in passende Worte fassen und gehen die Dinge eher urinstinktlich an. Das muss von uns als Eltern natürlich eingefangen werden, denn sie müssen lernen, sich mit Worten durchzusetzen. Um aber zu lernen, dass man im Konfliktfall seinem Ärger besser Luft macht, in dem man ihn in Worte fasst, muss man erstmal das Gefühl erfahren, richtig wütend werden zu können und das auch nach außen tragen zu wollen. Wenn ich jede kindliche Rauferei im Keim ersticke, lernt mein Kind vielleicht auch nicht, mit Worten für eine Sache zu „kämpfen“.
Wenn ich es mir recht überlege, kann ich die Ritterspiele in meinem Haus wohl dulden, ohne von meinem Standpunkt, gegen Gewalt zu sein, abrücken zu müssen.
Na schön, mein Sohn. Du darfst auch mal mit einem Schwert rumfuchteln. Tob Dich ruhig aus. Fühl Dich stark. Und wenn Du noch etwas größer bist, darfst Du auch mal eine Rauferei anzetteln. Ich werde Dir dann in jahrelanger Erziehungsarbeit beibringen, dass man Konflikte mit Worten klärt und nicht mit Körpereinsatz. Aber ich werde auch ein ganz kleines bißchen stolz auf dich sein, weil Du den Konflikt zumindest nicht gescheut hast. Ich würde mir wünschen, dass aus Dir ein Erwachsener wird, der immer seinen Mund aufmacht, für Recht und Gerechtigkeit und der mutig genug ist, sich auch für andere einzusetzen. Oder anders gesagt: Wenn Du irgendwann mal in die Situation kommst, ein Schwert zu besitzen, dann tu Gutes damit!
Und was sagt ein Vater zum Thema? Hier den Artikel von Papa rockt anschauen!

Unsere Kinder

Ich bin müde. Sehr müde. Aber sonst geht es mir gut.
Inzwischen bin ich schon in der 9. Woche. Ja, ich hätte es Euch wirklich gerne sofort erzählt, aber ich wollte natürlich nicht, dass meine Eltern, Schwestern und die Schwiegerfamilie es aus dem Blog erfahren.

Ganz kurz hatte ich auch überlegt, die magischen ersten 12 Wochen abzuwarten, bevor ich mit der Nachricht rausrücke. Schließlich kann ja anfangs noch so viel passieren. Das Risiko für eine Fehlgeburt ist nicht gerade gering. 

Und schon bin ich wieder mittendrin, im Sorgenmachen. Anfangs war mir manchmal übel, jetzt aber nicht mehr. Ob wohl alles in Ordnung ist? In den ersten Wochen war mir auch viel schwindelig. Ist jetzt aber vorbei. Ob das ein Zeichen dafür ist, dass ich gar nicht mehr schwanger bin? Ich kann nicht anders, ich mache mir sehr viele Gedanken.

Schon bei meiner ersten Schwangerschaft habe ich mir echte Freude regelrecht verboten, bis die 12. Woche vorbei war. Erst dann bin ich losgezogen und habe mir das Mamibuch gekauft. Klamotten fürs Baby habe ich erst während des Mutterschutzes gekauft, weil ich bis zuletzt skeptisch war, ob ich wirklich eines Tages ein gesundes Baby im Arm halten würde.

Jetzt kommt noch ein anderer Gedanke hinzu: Mein Sohn ist so toll. Er ist das süßeste, schlaueste, schönste Kind der Welt. Mit dem haben wir so ein unfassbares Glück. Warum sollte man das Schicksal nochmal herausfordern?

In Paris hatten mein Mann und ich ein paar ganz tolle Tage. Ich habe nicht einmal diese bleierne Müdigkeit gespürt. Und auch alle Sorgen waren plötzlich vergessen.
An einem Tag sind wir die Stufen zu Sacre Coer hinaufgestiegen. Wunderschön lag uns Paris zu Füßen. Als wir in die Kirche hineingingen, war dort drinnen eine ganz besondere Atmosphäre. Wir haben uns kurz hingesetzt, um alles zu bestaunen. Und plötzlich sage ich zu meinem Mann: „Komm, wir machen eine Kerze an, für unsere Kinder!“ Im selben Moment war ich überrascht davon, wie schön sich dieser Satz anhörte und anfühlte und ich war auf einmal ganz glücklich. In der Sekunde, in der ich „unsere Kinder“ ausgesprochen hatte, war das zweite Kind für mich real geworden. Unser zweites Baby gehört jetzt zu unserer Familie dazu.

Ich habe natürlich nicht komplett vergessen, dass es auch schief gehen kann, aber seit Sacre Coer denke ich: Ich bin schwanger! Was für ein Glück!

Eure Mia