Bedroht die Frauenquote Männerkarrieren?

Bedroht die Frauenquote Männerkarrieren? So lautet die Überschrift eines Interviews im Manager Magazin mit Marion Schick, Personalvorstand der Telekom.
Ursprünglich war ich gegen eine Frauenquote. Wer gut ist, schafft es auch ohne Quote, dachte ich mir. Bis ich die ersten Bemerkungen der Männer dazu hörte. Schenkelklopfend zogen sie über die „Tittenquote“ her. Neuerdings bräuchte „Mann“ ja Brüste, um einen guten Job zu bekommen. Da habe ich kapiert: Freiwillig lassen die uns nie mitspielen. Da aktuell in den Funktionen, die die Besetzungsentscheidungen treffen, im Wesentlichen Männer sitzen, brauchen wir eine Frauenquote. Denn wer eine Auswahl zu treffen hat, wählt üblicherweise das, was er kennt. Und Männer kennen eben hauptsächlich Männer.
So weit so gut. Nachdem sich inzwischen das ein oder andere Unternehmen freiwillig eine Frauenquote verordnet hat, fühlen sich manche Männer davon anscheinend bedroht.
Das muss mir mal einer erklären. Wie kann denn eine Frauenquote eine Bedrohung für Männerkarrieren darstellen? Diese Sichtweise beinhaltet ja, dass Frauen den Männern etwas wegnehmen, was nur den Männern zusteht.
Wer der Ansicht ist, dass Männer das Recht auf Karriere für sich gepachtet haben, der hat natürlich Recht. So gesehen sind Karrieren bedroht. Ich persönlich würde es allerdings vorziehen, von einem fairen Wettbewerb zu sprechen, und für den ist es allerhöchste Zeit. Denn fair ist der Wettbewerb aktuell nicht. Frauen verdienen EU-weit im Schnitt pro Stunde 16% weniger als Männer, dabei sind sie längst ebenso gut ausgebildet wie Männer- wenn nicht besser:  60% der Uniabsolventen der EU sind Frauen (Quelle: equalpayday.de)
Eine gesetzlich verankerte Frauenquote kann man als Eingriff in die Freiheit von Unternehmen als hartes Mittel empfinden, aber ohne gesetzliche Pflicht, wird die Frauenquote höchstens zwei Jahre  als Hochglanzprojekt geführt, bevor sie wieder von der Bildfläche verschwindet. Und das liebe ich gerade an der Juristerei: Dass sie immer auch das Bild der Gesellschaft prägt. Wenn das Gesetz Frauen ein Recht auf einen Platz in Aufsichtsratsgremien einräumt, wird sich dieser Anspruch in den Köpfen der Menschen mit den Jahren als ganz selbstverständlich festsetzen- die Einführung des Wahlrechts für Frauen hielten vor knapp 100 Jahren ja auch nicht alle für eine gute Idee.
Und allen, die sich beraubt fühlen, sei gesagt: Frauen wollen ja nicht nur NEHMEN, sie sind bereit, auch etwas zu GEBEN. Schon seit Jahren machen Frauen Männern den Weg frei sich in die ursprünglich ureigenen Bereiche der Frauen, die Kindererziehung und Haushaltsführung, gleichberechtigt  mit einzubringen. Absolut fair!
Mamablog Mama Mia

 

0 Kommentare

  1. Tja, es kommt eine Veränderung, langsam, aber sie kommt. Mittlerweile kenne ich mehrere Väter, die Elternzeit machen. Jedoch Frauen in Karrierepositionen, wenige und wenn dann ohne Kinder….

  2. Stimmt, die "Vätrmonate" zu nehmen ist ja schon fast nichts Besonderes mehr. Es tut sich also etwas, aber tatsächlich sehr langsam….

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