Früher hatte ich fabelhafte Handtaschen. 10 Dinge, die ein Baby verändert

1. Früher war ich einfach bloß müde. Heute bin ich erschöpft.

2. Früher standen auf dem Badewannenrand Kerzen. Heute steht dort die Klobürste.

3. Füher habe ich um 12 Uhr gefrühstückt. Heute gibt es um 12 Uhr Mittagessen.

4. Früher hatte ich fabelhafte Handtaschen. Heute habe ich eine Wickeltasche.

5. Früher hat mein Mann mir jeden Morgen zum Wachwerden den Kaffee ans Bett gebracht. Heute bringe ich jeden Morgen im Halbschlaf dem Sohn die Milch ans Bett.

6. Früher habe ich viel gelesen. Heute lese ich meistens Bobo Siebenschläfer.

7. Früher war ein Weekender ein praktisches und sinnvolles Gepäckstück. Heute werden wir bei einem Wochenendtrip am Flughafen für eine Auswanderer Familie gehalten.

8. Früher hielt ich Schleich Tiere für Schnecken. Heute weiß ich, dass man davon nie genug Hunde haben kann.

9. Früher haben mein Mann und ich am Wochenende ausgeschlafen. Heute schläft er Samstags aus und ich Sonntags.

10. Früher habe ich Klageschriften verfasst. Heute schreibe ich einen Babyblog.

Nach dem Eisprung: Schwanger werden in Phase 3

Hin und wieder kaufen mein Mann und ich uns Samstags einen Lottoschein. Wir träumen dann jedesmal davon, den Jackpot zu knacken und stellen uns vor, was wir mit dem Millionengewinn anstellen werden. Ein größeres Haus, ein eigenes Cafe, Autos, Schmuck, Klamotten- bis zur Ziehung der Lottozahlen am Abend malen wir uns die schönsten Dinge aus. Wir haben super Zahlen angekreuzt. Dieses Mal hat es bestimmt geklappt. Wir haben ein gutes Gefühl.
In Phase 3 fühle ich mich wie ein Lottospieler. Es fühlt sich an, als würde man den ganzen Tag seinen Lottoschein in der Tasche tragen und darauf hoffen, am Abend zu erfahren, dass man die richtigen Zahlen angekreuzt hat. Die große Ziehung der Lottozahlen ist sozusagen das Datum des Menstruationstermins.
 
Phase 3 ist mega spannend. Es fängt harmlos an. Die ersten Tage nach dem Eisprung sind entspannt. Wir haben alles getan. Jetzt heißt es Warten.
Ich lache innerlich immer wieder über den Gedanken, dass vielleicht gerade jetzt die Eizelle auf die Samenzellen trifft.  „Passiert es vielleicht gerade?“, frage ich mich, während ich in einer Verhandlung sitze. „Ist es möglicherweise gerade passiert?“, denke ich, wenn ich im Auto an einer roten Ampel stehe. Oder vielleicht bei Rewe an der Kasse? Insbesondere in unpassenden Situationen denke ich gerne daran, dass ich vielleicht gerade schwanger werde. Zu schade, dass man das hinterher nie erfährt.
 
Je näher der Menstruationstermin rückt, umso näher scheint das Ziel. Und gleichzeitig so weit weg. Und langsam aber sicher werde ich unruhig. Noch fünf Tage, noch vier, drei, zwei…
Am Ende wird es ein Ergebnis geben. Zwei Alternativen sind denkbar, und sie könnten nicht weiter auseinander liegen. Die große Enttäuschung oder das ganz große Glück??
Bislang hat es mit der zweiten Schwangerschaft nicht geklaptt.  Aber wie heißt es in der Lotto-Werbung? Nächste Woche Du! 
Den Schein hab ich ja sozusagen in der Tasche. Und ich hab ein gutes Gefühl…



Eure Mia

Du kennst Phase 1 noch nicht? Zum Babyblog Eintrag: Nach dem Eisprung ist vor dem Eisprung
Du kennst  Phase 2 noch nicht? Zum Babyblog Eintrag: Der Eisprung: Und jetzt kommt das Ei- vorbei

Babyblog Erfahrungsbericht: Ausschlafen is nich!

„Mama!“ Es ist 6:20 Uhr. Wer? Ich? Ich schlafe noch! 
„Mama?!“Ich will noch nicht aufstehen. Ich lasse die Augen einfach zu. 
„Maaamaaa!“Ein kleiner Finger bohrt sich in meinem Ohr. Manno, ich habe Urlaub!
Naja, Urlaub. An alle Neu-Mamis da draußen: Urlaub is mit Kind nich! Urlaub mit Kind heißt, man hat den ganzen Stress zur Abwechslung mal woanders.  Leider hat man woanders nicht all diese praktischen Dinge, die man zu Hause hat. Diese praktischen Dinge, die man in der Schwangerschaft abgelehnt hat („brauchen wir nicht“), und deren Wert man nach der Geburt doch plötzlich schätzen gelernt hat. Mein Mann war kurz nach der Geburt des Sohnes so oft bei Baby Walz, dass man ihn dort mit Namen begrüßt hat.
Im Urlaub jedenfalls ist alles ein bisschen komplizierter, aber ausschlafen darf man trotzdem nicht.
„Mama, Miiiech!“ Er will sein Milchfläschchen. Was macht eigentlich mein Mann? Der hat sich noch gar nicht gerührt. Schläft der noch? Meine Augen bleiben jedenfalls zu.
„Papa?“ Hihi, Glück gehabt. „Mama!!“ Verdammt!
Ich habe kaum geschlafen. Der Sohn wollte in der fremden Umgebung nicht im Reisebett schlafen und hat bei uns im Bett geschlafen. Natürlich auf Mamas Seite. Ich bin zweimal aufgewacht, weil ich einen Fuß im Kreuz hatte, einmal, weil ich eine Hand im Gesicht hatte und dreimal weil mein Mann geschnarcht hat.
„MAMA!! Mamamamamama!“ Ok , ok, ich geb´s auf. Ich drehe mich um. „Mama.“ 
Der Sohn wirft sich auf mich.  Ein kreisrundes Gesicht erscheint zwei Zentimeter vor meinem Gesicht. Zwei  Knopfaugen und ein  sabberndes, strahlendes Lachen.  „Mama!“  „Guten Morgen, mein Söhnchen!“ Himmlisch, wie der morgens immer duftet! Jetzt wird erstmal ausgiebig gekuschelt, durchgekitzelt, abgeknutscht!
Gibt es etwas schöneres als ein Kind? „Ganz klar, zwei Kinder!“ Na sieh mal an, das Phase 2 Monster ist auch schon wach…
Eure Mia
Du kennst das Phase 2 Monster noch nicht? Hier nachlesen: Der Eisprung: Und jetzt kommt das Ei- vorbei
Keine Ahnung, was Phase 1 ist? Hier nachlesen: Nach dem Eisprung ist vor dem Eisprung

Der Eisprung: Und jetzt kommt das Ei – vorbei!

Wenn mein Sohn sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht er das gnadenlos durch. Heute hat er versucht, sich in den kleinen Karton zu setzen, in dem sein Kinderkoffer geliefert wurde, den wir ihm für unseren anstehenden Urlaub gekauft haben. Er hat sich nicht nur in den Karton gequetscht, er hat auch noch stundenlang versucht, den Karton wieder zu schließen, obwohl seine Beine bis zu den Knien hinausguckten. Aufgegeben hat er nicht. Kinder in seinem Alter sind noch nicht in der Lage, einen einmal gefassten Willen wieder aufzugeben. Kinder in seinem Alter sind wie Frauen in Phase 2. 

Wenn mein Eisprung naht, erwacht ein kleines Monster in mir: das Phase 2 Monster. Eigentlich ganz harmlos, dieses Monster, aber ziemlich zwanghaft veranlagt. Es wacht morgens auf und denkt an Sex. Und es gibt erst Ruhe, wenn es bekommt, was es will.  Setzt mein Mann sich vor den Fernseher, wird das Monster wütend. „Hallo?“, zischt es dann in mein Ohr, „was macht der da? Wir haben doch unseren Eisprung!!“ 
Ich versuche manchmal, das Monster zu beruhigen:“Monsterchen, weißt Du denn nicht, dass ein Baby in erster Linie ensteht, weil zwei Menschen sich lieben?“ „Klar weiß ich das“ faucht es dann zurück, „du liebst Deinen Mann doch auch. Können wir jetzt endlich ein Baby machen??“ Mein Mann hat keine Chance.

Zwischen dem 10. und dem 15. Tag meines Zyklus kann ich einfach an nichts anderes denken. Eine wunderbare, lang ersehnte Eizelle ist unterwegs. Wie könnte ich diese Chance sehenden Auges verstreichen lassen? Das Phase 2 Monster ist schuld, dass ich wie ein 17 Monate altes Kind einen Plan verfolge und nicht davon ablassen kann.


Wir fahren morgen für eine Woche nach Holland. Dass meine fruchtbaren Tage in unseren Urlaub fallen, ist Zufall (ehrlich!). Aber dieser Zufall wird natürlich optimal genutzt werden. Das ist nicht ganz einfach: Leider hat das Ferienhaus nur ein Schlafzimmer. Aber wir können ja das Schlafsofa im Wohnzimmer nutzen, wenn der Sohn im Bett ist. Andererseits fürchte ich , das Wohnzimmer ist nicht ganz blickdicht von außen. Naja, wenn es abends dunkel wird, und wir kein Licht anmachen, kann man ja eigentlich von außen nichts sehen. Sonst müssten wir uns vielleicht einfach hinter das Sofa legen…
 
Im Karton bin ich schonmal drin. Jetzt muss ich nur noch den Deckel zu kriegen!

Eure Mia 

Nach dem Eisprung ist vor dem Eisprung

Mein Eisprung interessiert mich heute nicht. Meine Basaltemperatur habe ich heute morgen gar nicht erst gemessen. Ich bin tiieefenentspannt. Total relaxt.
Ich bin in Phase 1.

Phase 1 ist eine gute Phase. Phase 1 heißt: nicht schwanger.

Wie jetzt? Gut? Klingt komisch, aber ich erklär das mal kurz:
Seit ich schwanger werden will, durchlebe ich jeden Monat drei Phasen. Phase 1 beudeutet dabei, dass ich meine Mens habe und alles von vorne beginnt.

Enttäuschung? Klar, anfangs schon, aber die Phase der Enttäuschung gehört noch zu Phase 3. In Phase 1 ist die Enttäuschung überwunden. Alles zurück auf Null.

Plötzlich fällt mir auf, dass ich heute noch kein einziges Mal auf meine Kinderwunsch App geschaut habe. Ich bin nicht mehr gespannt wie ein Flitzebogen und von nervösen Unruhezuständen geplagt, wie noch vor ein paar Tagen, als ich mich täglich auf´s Neue fragte, ob ich den Test schon vor Fälligkeit machen soll. Der Kopf wird langsam wieder frei. Jetzt heißt es: genießen! 

Abends trinke ich erstmal ein Glas Wein. Ich kann wieder jede Sorte Käse essen. Darf Sushi essen. Ich mache mir keine Gedanken, ob es wohl schädlich ist, dass ich den Sohn so viel durch die Gegend schleppe. Ich nutze die Zeit, um meinen ergrauten Haaransatz nochmal schnell nachzufärben. Und bei Kopfschmerzen greife ich einfach nach einem Aspirin.
Kann man alles auch, wenn man schon schwanger sit? Vielleicht. Es gibt da diese Theorie vom „Alles-oder-nichts-Prinzip“. Aber ich kann nicht. Das Muttertier in mir verlangt, dass ich ab Phase 3 lebe, als wäre ich schwanger. Wäre ja möglich- das ist schließlich das Ziel.


Heute gehen mich solche Bedenken nichts an. Ich muss mir auch nicht den Kopf zerbrechen, wann ich Sex haben muss, damit es klappt. Ich muss meinen Körper nicht beobachten. Ich bin definitiv nicht schwanger und kann es in diesen Tagen auch nicht werden.


Ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit von mir selber stellt sich ein. Heute Abend werde ich eine schöne Flasche Wein öffnen und mit meinem Mann dazu bei Kerzenschein ein medium gebratenes Steak genießen. Zum Nachtisch eine schöne Käseplatte. Wer weiß, wie der Abend endet 😉


Moment mal- der wievielte ist heute? Oh, schon der sechste Tag meiner Mens! Das heißt, es ist gar nicht mehr so weit bis zum nächsten Eisprung! Der könnte ja auch ausnahmsweise früher stattfinden! Und Sperma kann bis zu fünf Tagen im weiblichen Körper überleben! Dann könnte ich ja ganz vielleicht, also rein theoretisch doch heute schwanger werden…Ich glaube, Phase 2 hat gerade begonnen…


…to be continued…


Eure Mia

 

Der Eisprung gibt den Ton an- schwanger werden ohne Druck?!

Für den Laien muss es eine wahnsinnig romantische Vorstellung sein: Ein Baby machen! Ein Paar liebt sich, es wünscht sich ein Baby, seine Körper verschmelzen in einer leidenschaftlichen Nacht miteinander und 2 Wochen später halten beide glücklich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand.

Das fortpflanzungswillige Paar in der Planungsphase weiß: die Realität ist weniger Schnulze und mehr Thriller. Eine winzige Eizelle spielt die Hauptrolle in diesem Thriller. Sie ist sich ihrer Hauptrolle bewußt, und sie hat Starallüren. Sie betritt nur selten die Bühne. Genau einmal im Monat gibt sie sich die Ehre- da hilft kein Betteln und kein gutes Zureden. Ihre Fans dürfen ihr dann in Scharen entgegenschwärmen. Bereit, sich ihren Fans zu öffnen ist sie allerdings nur für wenige Stunden nach ihrem Sprung- die Spannung steigt!

Was bedeutet das für unser fortpflanzungswilliges Paar? Es bedeutet Sex nach Eisprungkalender.
„Schatz, ich habe in den nächsten Stunden meinen Eisprung, wir müssen jetzt miteinander schlafen!“ „Geil!“. 

Wer wirklich schwanger werden will, wird spätestens dann, wenn schon einige Zyklen ohne Erfolg ins Land gegangen sind, anfangen, seine Basaltemperatur zu messen und einen Eisprungkalender zu führen (hier Basaltemperatur Kurvenblatt runterladen). Schwangerschaftsratgeber hingegen warnen davor, Sex nur noch als Mittel zur Babyproduktion zu sehen und raten, Sex stressfrei zu genießen, ohne Blick auf das Fruchtbarkeitsfenster. Hallo? Und wie soll das bitte gehen? Wir Frauen wissen doch, wann ungefähr unser Eisprung ist. Wenn wir ein Baby haben wollen, ist der Kalender im Kopf immer dabei. Das lässt sich nicht ausblenden.


Der Leidenschaft muss das alles trotzdem keinen Abbruch tun. Der Appetit kommt beim Essen. Wenn Sex an fünf Tagen im Monat Pflichtprogramm ist, reißt man sich vielleicht nicht in ungebändigter Leidenschaft die Klamotten vom Leib, aber weniger Spaß macht der Sex deswegen trotzdem nicht.


Ich genieße es, wieder im Babyproduktionsprozess zu sein und freue mich schon auf die Tage um meinen Eisprung diesen Monat. 

Also Mädels, messt Eure Basaltemperatur und kauft Euch trotzdem neue Unterwäsche! Träumt davon, in wenigen Wochen einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand zu halten und habt trotzdem Spaß im Bett! Sagt Eurem Partner, wann Euer Eisprung ist seid trotzdem leidenschaftlich! Das geht!
Viel Spaß!

Eure Mia 

Sex unter Eltern

Sex unter Eltern

Ich bin enttäuscht 🙁  Meine Basaltemperatur ist gestern um 0,2 und heute nochmal um 0,1 Grad abgefallen. Also werde ich wohl morgen meine Tage bekommen.
Rein rechnerisch bestand ohnehin nur eine sehr geringe Chance für eine Schwangerschaft. In diesem Monat lag der eine Sonntag noch zu weit vor dem Eisprung und der andere Sonntag zu weit danach.

Bei uns läuft das nämlich so: Sex gibt es am Wochenende während der Sohn Mittagschlaf macht. Ja, ich weiß, das ist vergleichbar mit den „Samstags-nach-der-Sportschau-Pärchen“, über die man sich früher lustig gemacht hat. Aber was wußten wir früher schon vom Elternleben?
In den ersten Wochen, nein ehrlicherweise muss ich zugeben in den ersten Monaten nach der Geburt lief gar nichts! Wir waren viel zu müde. Gaaar keine Lust! Die Lust kam zwar langsam zurück, aber die Gelegenheiten blieben rar. Erst nach etwa einem Jahr stellte sich beim Sohn und damit in unserem Hause wieder ein etwas regelmäßiger Tages- und vor allem Nachtrhytmus ein.

Nun öffnet sich also am Samstag und /oder Sonntag zwischen 13 und 15 Uhr ein Zeitfenster für eheliche Vergnügungen. Mit Romantik oder Spontanität hat das meistens nichts zu tun. 
„Sollen wir?“ Nee, muss Überweisungen machen“. Oder: „Hast Du Lust?“ Mh, lieber morgen.“ „Da sind wir doch bei Deinen Eltern“.

Ab sofort gibt es aber wieder ein Ziel: Schwanger werden mit Baby Nr. 2! Da sich der Eisprung nicht an unsere Planung hält, müssen wir wohl aus unsere Gewohnheit aussteigen. Das könnte spannend werden.
Und nächsten Sonntag kann ich ja dann in Ruhe Überweisungen machen…

Eure Mia

Sündenbock

Sündenbock
Manchmal wünsche ich mir, ich könnte auf Urlaub in mein altes Leben fahren. Da hätte ich ja wieder so viel Zeit!  Ich würde mich morgens schön zurecht machen,  zur Arbeit fahren und den ganzen Tag einen super Job machen. Ich hätte auf jede Frage eine Antwort. Ich würde so lange im Büro bleiben, bis ich mit der Arbeit für den Tag fertig bin. Nach der Arbeit würde ich am Rhein joggen gehen oder ins Fitnessstudio gehen. Danach würde ich mich in die Badewanne legen und schließlich den Tag bei einem Glas Wein vor dem Fernseher ausklingen lassen. Am Wochenende würde ich abends mit Freunden ausgehen, ohne auf die Uhr zu schauen und am nächsten Morgen ausschlafen.

In der Realität erscheine ich nur mittelmäßig zurecht gemacht auf der Arbeit. In der Regel habe ich Flecken auf meiner Kleidung, weil der Sohn seine Zahnpasta, Rotze oder sonstiges an mir abgeschmiert hat. Blöderweise merke ich das meistens erst, wenn ich das erste Mal in der Firma auf die Toilette gehe. Um 15 Uhr muss ich alles stehen und liegen lassen, um den Sohn von der Kita abzuholen. Den Rest des Tages spiele ich mit meinem Sohn, bis ich ihn abends zwischen 19 und 20 Uhr ins Bett bringe. Danach sieht es bei uns aus, als wäre Godzilla zu Besuch gewesen und ich räume erstmal auf. Wenn ich alles für den nächsten Tag vorbereitet habe, kommt mein Mann nach Hause, wir quatschen noch ein wenig und dann gehe ich ins Bett. Sport? Keine Zeit! Ausgehen? Kein Babysitter! Verabredungen? Zu müde!
Der Sohn ist die perfekte Ausrede für alles. Früher musste ich mir gute Argumente überlegen, um den inneren Schweinhund zu füttern, heute kann ich immer sagen: Ich würde ja Sport machen/ins Kino gehen/was trinken gehen/…/ aber der Sohn ist krank/ich muss auf den Sohn aufpassen/ich habe keinen Babysitter…
Ehrlich gesagt ist das ganz schön unfair. Der arme Sohn. Ich muss nämlich zugeben, dass ich es immer schaffe, mir die Fingernägel zu lackieren und nie eine Folge Grey´s Anatomy oder GNT verpasse. Und ich habe gerade wieder 45 Minuten an meinem Babyblog geschrieben…
Eure Mia

Gewissensbisse

Gewissensbisse
Eigentlich ist die Entscheidung ja schon getroffen.  Aber die Frage will nicht aus meinem Kopf verschwinden: Ist es der richtige Zeitpunkt?
Mein Sohn ist 17 Monate alt. Perfekter Zeitpunkt für eine zweite Schwangerschaft. Einer Studie zufolge, die 2003 im British Medical Journal veröffentlicht wurde, sollten zwischen der Geburt und der nächsten Schwangerschaft  mindestens 18 Monate liegen. Bei einem geringeren Abstand besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Mutter und Kind (Studie zum Nachlesen: www.bmj.com/content/327/7410/313.full).
Ich kann zumindest bestätigen, dass sich mein Körper erst seit kurzem wieder normal anfühlt. Ich mochte meinen Busen vor der Schwangerschaft. Nach der Schwangerschaft waren es nur noch „zwei Pfläumchen“, wie eine Freundin schonungslos bemerkte. Jetzt sind es wieder Äpfel! Die Linea negra auf meinem Bauch war extrem ausgeprägt bei mir und ist erst seit kurzem ganz verschwunden. Auch hatte ich nach der Schwangerschaft eine Schuhgröße größer. Ich hatte gelesen, dass das vorkommt, habe aber nicht für möglich gehalten, dass mich meine Füße derart verraten würden.  Ich zwängte mich tapfer weiter in meine geliebten Pumps in Größe 37, musste aber neue Schuhe in Größe 38 kaufen. Und jetzt? Plötzlich bin ich wieder eine 37 (braucht jemand eine beachtliche Sammlung Schuhe in Größe 38?). Körperlich ist also alles wieder auf Anfang, ich bin bereit!
Und der Job? Machen wir uns nichts vor. Kind und Karriere ist ein Mythos. Kind und Beruf, das geht, aber mit Karriere hat das erstmal nicht viel zu tun.  Umso größer meine Freude, als man mir einen neuen Job in einer anderen Abteilung innerhalb des Unternehmens anbot. Das ist immerhin ein kleiner Karriereschritt. Wenn alles nach Plan läuft, müsste ich meinem neuen Chef dann schon bald erklären, dass ich schwanger bin. Unfair! Oder? Ich war schon kurz davor, den Job wieder abzusagen, obwohl mich die neuen Aufgaben sehr reizen. Andererseits weiß ich ja nicht, was kommt. Vielleicht klappt es ja gar nicht mit der zweiten Schwangerschaft. Oder es dauert ewig.  Ich habe entschieden, dass ich allein auf Grundlage eines Wunsches nicht planen kann. Und habe ein schlechtes Gewissen.
So ist das als Mami. Immer zwischen Baum und Borke. Ich möchte Mami sein, und ich möchte Arbeitnehmerin sein.  Ich muss bei beiden Abstriche machen.
Eure Mia

Ein zweites Baby?!

Ein zweites Baby?!
Ich will ehrlich sein: Als die Hebamme mir meinen Sohn nach 18 Stunden Wehen in den Arm legte,  dachte ich: Nie wieder! Etwa fünf schlaflose Wochen später war ich mir sogar sicher: Nie wieder! Ich stand regelrecht unter Schock! Und ich war richtig wütend auf Freunde und Verwandte mit Kindern: Niemand hatte mir gesagt, wie anstrengend es werden würde.  Ich war nicht einmal annähernd vorbereit.  In meiner Vorstellung hatten mein Mann und ich unser Leben ganz normal weiter gelebt- und hatten einfach immer ein süßes Baby dabei. Ich sah uns Arm in Arm  auf dem Sofa vorm Fernseher sitzen, während das Baby in seiner Wiege neben uns schlummerte. Ich sah uns verliebt und glücklich vor seinem Bettchen stehen und das schlafende Kind bewundern. In der Realität dachte ich immer wieder: Ich pack das nicht! Und mit Blick auf mein Umfeld wunderte ich mich: Woher kommen nur die ganzen kleinen Geschwisterchen?
Heute, 17 Monate später weiß ich es: Man vergisst! Mama vergisst!
Es ist wieder wie vor der ersten Schwangerschaft. Babys anderer Leute machen mich fast neidisch. Ich beneide Frauen mit Babybauch und schiele in jeden Kinderwagen.
Ich will wieder schwanger werden!
Zugegeben, es war ein langer Weg bis hierhin. Und es ist gerade so schön mit unserem Sohn. Er schläft 12 Stunden am Stück (am Wochenende bis 8:30!!), er kann sich alleine beschäftigen. Er geht in die Kita, und ich gehe 24 Stunden in der Woche arbeiten. Das müsste ich alles wieder aufgeben zugunsten von schlaflosen Nächten und schmerzendem Stillbusen.  Dieses Mal weiß ich, worauf ich mich einlasse. Und ich habe einen Horror vor den ersten Wochen. Aber ich kann es kaum erwarten!
Eure Mia